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Nachfolgewelle

Familientradition ade – wer übernimmt Österreichs Mittelstand?

Familientradition ade – wer übernimmt Österreichs Mittelstand?
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Zehntausende Betriebe, fast 700.000 Jobs – Österreichs KMU stehen vor einer stillen Zäsur, deren Ausmaß viele unterschätzen.

Knapp jeder zweite Klein- und Mittelbetrieb in Österreich steht bis zum Jahr 2030 vor der Notwendigkeit, eine Nachfolgelösung zu finden. Das zeigt eine gemeinsame Erhebung des Gläubigerschutzverbands Creditreform und des Beratungsunternehmens CH Consult, für die insgesamt 1.400 Unternehmen befragt wurden. Besonders ausgeprägt ist der Handlungsbedarf in Oberösterreich und Salzburg, wo bereits mehr als die Hälfte der befragten Betriebe vor einer Übergabe steht.

Der Nachfolgebedarf betrifft dabei Unternehmen aus unterschiedlichsten Wirtschaftsbereichen – von der Industrie über den Bau bis hin zu Handel und Dienstleistungen. Hochrechnungen zufolge werden bis 2029 rund 51.000 Betriebe eine Nachfolgeregelung benötigen – an diesen Unternehmen hängen insgesamt etwa 690.000 Arbeitsplätze.

Familienübergabe schwindet

Gerhard M. Weinhofer, Mitglied der Geschäftsleitung von Creditreform Österreich, betont die weitreichende Bedeutung des Themas: „Die erfolgreiche Unternehmensnachfolge entscheidet nicht nur über die Zukunft einzelner Betriebe. Sie sichert Arbeitsplätze, erhält Know-how und stärkt regionale Wirtschaftsstrukturen. Jede gescheiterte Nachfolge bedeutet den Verlust von Wertschöpfung und unternehmerischer Substanz.“

Vier von zehn befragten Unternehmen planen, den Betrieb außerhalb der Familie weiterzugeben – etwa über das eigene Management oder durch den Verkauf an externe Investorinnen und Investoren. Die innerfamiliäre Weitergabe verliert demgegenüber an Bedeutung. Wo sie noch stattfindet, erfolgt sie in acht von zehn Fällen ohne finanzielle Gegenleistung.

Wachsender Übernahmemarkt

Als positive Entwicklung wertet die Studie den wachsenden Kreis potenzieller Übernahmeinteressenten: 34 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, grundsätzlich bereit zu sein, einen anderen Betrieb zu übernehmen. „Nach Einschätzung von Creditreform wird dadurch der Markt für Unternehmensübernahmen in den kommenden Jahren deutlich an Bedeutung gewinnen“, heißt es in einer Aussendung.

Weinhofer mahnt zugleich zur frühzeitigen Planung: „Viele Unternehmer unterschätzen den zeitlichen Vorlauf einer erfolgreichen Nachfolge. Wer erst kurz vor dem Ausstieg mit der Planung beginnt, schränkt seine Handlungsmöglichkeiten deutlich ein. Eine professionelle Vorbereitung und Begleitung des Nachfolgeprozesses erhöht die Erfolgschancen erheblich.“

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KO KOSMO-Redaktion
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