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Bildungsabbau

Fatal für Arbeitsmarkt“: Landesregierung streicht Millionen bei Bildung

Fatal für Arbeitsmarkt“: Landesregierung streicht Millionen bei Bildung
(istockphoto: Geld)
2 Min. Lesezeit |

Oberösterreich spart bei Bildung: Die Landesregierung kürzt die Fördermittel für berufliche Weiterbildung drastisch. Besonders hart trifft es Menschen mit niedrigem Bildungsabschluss.

In Oberösterreich greift die Landesregierung tief in die Fördertöpfe für berufliche Weiterbildung ein. Das OÖ-Bildungskonto wird ab 2026 von 6,8 auf 5,8 Millionen Euro reduziert, während gleichzeitig die Laufzeit um zwei Jahre verlängert wird. Diese Maßnahme führt zu einer deutlichen Verringerung der finanziellen Unterstützung für Weiterbildungsmaßnahmen und trifft bestimmte Bevölkerungsgruppen besonders hart. Die Arbeiterkammer Oberösterreich reagiert mit deutlicher Ablehnung auf diese Entscheidung. „Angesichts der Herausforderungen am Arbeitsmarkt ist es fatal, wenn es jetzt bei der beruflichen Weiterbildung der Arbeitnehmer:innen zu Kürzungen kommt“, erklärt AK-Präsident Andreas Stangl.

Die Einschnitte treffen vor allem jene Arbeitnehmer empfindlich, die einen Lehrabschluss berufsbegleitend nachholen möchten. Statt der bisherigen Förderung von 60 Prozent der Kurskosten mit einer Obergrenze von 2.700 Euro sinkt die Unterstützung auf lediglich 30 Prozent, maximal 2.200 Euro. Auch Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialsektor, etwa für Heimbeihilfe oder Ordinationsassistenz, sind von den Kürzungen betroffen.

Betroffene Gruppen

Besonders problematisch: Die Reduktionen treffen genau jene Gruppen, die Weiterbildungsangebote am dringendsten benötigen – Menschen mit niedrigem Bildungsabschluss, ältere Arbeitnehmer mit geringem Einkommen sowie Personen nach der Karenz und beim Arbeitsmarktservice (AMS) gemeldete Wiedereinsteiger.

Für alle Betroffenen, die bisher vom 60-prozentigen Bildungskonto profitieren konnten, bedeutet dies nach Berechnungen der Arbeiterkammer einen finanziellen Verlust von bis zu 1.350 Euro. „Das ist eindeutig die falsche Entwicklung“, betont Stangl. „Es werden überall dringend Fachkräfte gesucht. Jetzt bei der Weiterbildung zu kürzen, ist der falsche Ansatz.“

Kritischer Zeitpunkt

Besonders heikel erscheint der Zeitpunkt der Umstellung: Die neuen, reduzierten Förderrichtlinien gelten bereits seit dem 1. Jänner 2026. Wer im Vorjahr einen Kurs absolviert oder begonnen hat, den Antrag jedoch erst jetzt einreicht, fällt bereits unter die verschlechterten Konditionen.