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Vertuschungsvorwürfe

FBI schließt Epstein-Akte: Trumps Verbindung bleibt im Dunkeln

FBI schließt Epstein-Akte: Trumps Verbindung bleibt im Dunkeln
EPA-EFE/WIN MCNAMEE
4 Min. Lesezeit |

Die US-Regierung hat ihre monatelang angekündigte vollständige Veröffentlichung der Ermittlungsakten im Fall Jeffrey Epstein überraschend gestoppt. Laut einer am Sonntagabend bekannt gewordenen offiziellen Mitteilung des FBI in Abstimmung mit dem Justizministerium wird die Akte des 2019 verstorbenen Geschäftsmanns de facto geschlossen.

Die Behörden erklärten, dass keine strafrechtlichen Ermittlungen gegen Dritte eingeleitet werden und weitere Veröffentlichungen aus den „Epstein-Akten“ zum Schutz der Opfer unter „gerichtlicher Versiegelung“ bleiben, da diese „weder angemessen noch gerechtfertigt“ seien.

In sozialen Medien löste diese Entscheidung umgehend Vertuschungsvorwürfe aus. Sie erfolgt nur wenige Wochen nach einer öffentlichen Intervention des Tech-Unternehmers Elon Musk, der als ehemaliger Präsidentenberater behauptet hatte, die Akten würden zurückgehalten, weil sie Donald Trump in einem ungünstigen Licht zeigen könnten. Trump und Epstein pflegten über Jahre eine enge Verbindung, was durch zahlreiche Videoaufnahmen aus den 1990er Jahren belegt ist, die beide Männer ausgelassen auf Veranstaltungen zeigen – oft in Anwesenheit von Ghislaine Maxwell, Epsteins Ex-Partnerin, die 2021 wegen Sexualdelikten zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde.

Trump-Epstein-Verbindung

Anfang der 2000er Jahre äußerte sich Trump noch positiv über Epstein: „Es macht viel Spaß, mit ihm zusammen zu sein. Es heißt sogar, dass er schöne Frauen genauso mag wie ich, und viele von ihnen sind jünger.“ Nach Epsteins Festnahme 2019 distanzierte sich Trump jedoch: „Ich glaube, ich habe seit 15 Jahren nicht mehr mit ihm gesprochen. Ich war kein Fan.“ Der Journalist Michael Wolff veröffentlichte später Audio-Aufnahmen, auf denen Epstein 2018 Trump als seinen „besten Freund“ über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren bezeichnet.

Wolff behauptet zudem, Epstein habe ihm Fotos gezeigt, auf denen Trump mit mehreren minderjährigen, teilweise unbekleideten Mädchen zu sehen gewesen sei – darunter ein Bild, auf dem die Mädchen grinsend auf einen Fleck auf Trumps Hose gezeigt hätten. Die Hintergründe dieser Behauptungen werden voraussichtlich ungeklärt bleiben.

Das FBI teilte mit, bei den Ermittlungen „digitale Durchsuchungen seiner Datenbanken, Festplatten und Netzlaufwerke sowie physische Durchsuchungen von Mannschaftsräumen, verschlossenen Schränken, Schreibtischen, Wandschränken und anderen Bereichen“ durchgeführt zu haben. Dabei seien erhebliche Mengen an Material sichergestellt worden, „darunter mehr als 300 Gigabyte an Daten und physischen Beweismitteln“. Die Dateien enthielten „eine große Menge an Bildern von Epstein, Bilder und Videos von Opfern, die minderjährig sind oder minderjährig erscheinen, sowie über zehntausend heruntergeladene Videos und Bilder mit illegalem Material über sexuellen Kindesmissbrauch und anderer Pornografie.“

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Behördliche Schlussfolgerungen

Im Jänner dieses Jahres hatte die von Trump eingesetzte Justizministerin Pam Bondi in einem Fernsehinterview erklärt, auf ihrem Schreibtisch befinde sich eine „Kundenliste“ des Sexhandelsring-Betreibers, der in seinen Anwesen in New York, Palm Beach und auf seiner Privatinsel Little St. James in der Karibik regelmäßig Partys veranstaltete. Zu diesen Veranstaltungen wurden Prominente wie Ex-Präsident Bill Clinton, Microsoft-Gründer Bill Gates und Prinz Andrew eingeflogen. Fünf Monate später findet diese Liste in den offiziellen Stellungnahmen keine Erwähnung mehr. „Die systematische Überprüfung ergab keine belastende Kundenliste“, heißt es nun knapp in der FBI-Mitteilung.

Zu den seit langem kursierenden Gerüchten über versteckte Kameras, die Epstein angeblich zur Erpressung eingesetzt haben soll, stellt das FBI fest: „Es wurden auch keine glaubwürdigen Beweise dafür gefunden, dass Epstein im Rahmen seiner Handlungen prominente Personen erpresst hat.“ Die Behörden betonen, sie hätten „keine Beweise gefunden, die eine Untersuchung gegen nicht angeklagte Dritte rechtfertigen würden“.

Auch zur Todesursache Epsteins, der im August 2019 in seiner Zelle gefunden wurde, nehmen die Behörden abschließend Stellung. Mit Hilfe zweier veröffentlichter Videos vom Bereich vor Epsteins Zelle soll nachgewiesen werden, dass zwischen dem 9. August 2019, 22:40 Uhr, als Epstein in seine Zelle eingeschlossen wurde, und dem 10. August, 6:30 Uhr, als er tot aufgefunden wurde, keine unbefugte Person den entsprechenden Bereich des „Metropolitan Correctional Center“ in New York betreten hat.

Die Behörden bekräftigen daher ihre frühere Einschätzung: „Epstein starb durch Selbstmord.“

In einem aktuellen Memo haben die US-Justizbehörden und das FBI mittlerweile klargestellt, dass es keine belastbare „Kundenliste“ von Jeffrey Epstein gibt und keine Hinweise darauf vorliegen, dass Epstein prominente Persönlichkeiten erpresst oder mit ihnen konspiriert hat. Die Ermittler betonen ausdrücklich, dass die meisten sichergestellten Materialien kinderpornografische Inhalte sowie sensible Opferdaten enthalten, deren Veröffentlichung aus Opferschutzgründen ausgeschlossen wird.

Die Behörden begründen die plötzliche Schließung der Akten mit dem Schutz der Opfer und der Verhinderung der Verbreitung illegaler Inhalte. Laut offiziellem Memo sei die Veröffentlichung weiterer Unterlagen „weder angemessen noch gerechtfertigt“, da sie vor allem Details zu Opfern und nicht zu mutmaßlichen Tätern enthalte. Damit widersprechen die Behörden auch anhaltenden Spekulationen über eine politische Motivation hinter der Entscheidung.

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KO KOSMO-Redaktion
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