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Gesundheitsgefahr

Fieber, Übelkeit, Badeverbot – Italiens Strände versinken im Algen-Chaos

Fieber, Übelkeit, Badeverbot – Italiens Strände versinken im Algen-Chaos
FOTO: iStock/Shei5ah
2 Min. Lesezeit |

Italiens Strände, Flüsse und Seen kämpfen diesen Sommer gegen einen unsichtbaren Feind – mit Folgen, die man sehen und spüren kann.

Steigende Wassertemperaturen begünstigen die Vermehrung von Algen in Meeren, Seen und Flüssen – mit sichtbaren Folgen: Wo früher klares Wasser zu sehen war, zeigen sich heute vielerorts grüne, gelbe oder braune Verfärbungen. Bereits seit Juni wurden entlang verschiedener Küstenabschnitte erhöhte Algenkonzentrationen registriert. In mehreren italienischen Regionen – darunter Apulien, Latium und der Toskana – wurden daraufhin Warnungen ausgegeben; in einigen Gebieten galt zeitweise ein Badeverbot.

Gesundheitliche Risiken

Bestimmte Algenarten können laut dem vorliegenden Bericht Atemwegsprobleme, Fieber, Übelkeit oder Bindehautentzündungen verursachen. Andere Arten beeinträchtigen die Wasserqualität durch unangenehmen Geruch und entziehen den Gewässern Sauerstoff. Die potenziell giftige Art Ostreopsis ovata hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten in Italien zunehmend verbreitet. Die von dieser Alge produzierten Toxine können bei Menschen sowohl durch Einatmen von Meeresaerosolen als auch durch Hautkontakt grippeähnliche Beschwerden auslösen – darunter Atemwegsreizungen, Fieber, Übelkeit, Erbrechen sowie Bindehaut- und Hautentzündungen, die in der Regel innerhalb weniger Tage wieder abklingen.

Zu den betroffenen Orten zählen unter anderem Molfetta und Giovinazzo in Apulien, Santa Marinella nordwestlich von Rom, Gebiete rund um Palermo auf Sizilien sowie Marina di Pisa in der Toskana und Quinto bei Genau. In Ligurien wurde die Algenart Pyramimonas nachgewiesen – sie gilt zwar als ungiftig, kann das Wasser bei hoher Konzentration aber deutlich grün färben. Für gelbliche Verfärbungen östlich von Genua war zeitweise das Dinoflagellat (Geißeltierchen) Alexandrium cf. taylori verantwortlich. Im Golf von Triest wurde darüber hinaus die invasive Art Caulerpa cylindracea festgestellt.

Flüsse und Seen

Das Problem beschränkt sich jedoch nicht auf die Küstengewässer. Auch am Po, dem längsten Fluss Italiens, sind stellenweise grüne Schlieren auf der Wasseroberfläche zu sehen. Rund um Padua ist eine kommunale Task Force damit beschäftigt, Algen aus verstopften Kanälen zu entfernen.

Ebenso sind zahlreiche Seen betroffen: Am Iseosee in der Lombardei wurden bislang mehr als 1.000 Tonnen Algen beseitigt.

In mehreren Gewässern wird aufgrund der Algenbelastung vom Baden abgeraten.

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KO KOSMO-Redaktion
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