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GROSSER STREIT

Fix: Serbische Kennzeichen müssen in kosovarische umgetauscht werden!

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(FOTO: iStock/ grebeshkovmaxim, Alicia_Garcia,Derek Brumby)

Der kosovarische Innenminister Xhelal Svecla ist der Meinung, dass am Kosovo ab Ende Oktober keine illegalen serbischen Kennzeichen mehr existieren würden und erwartet keine erneuten Eskalationen im Norden des Kosovo, einen gewissen Widerstand hält er jedoch für möglich.

„Ich denke, dass wir Ende diesen Monats keine illegalen Kennzeichen mehr haben werden und uns anderen Problemen widmen werden können. Das ist nicht das einzige Problem, das wir haben, weder im Kosovo selbst, noch in der Beziehung mit Serbien“, erklärte Svecla in einem Interview für A2CNN Albanien, wie von „Gazeta ekspres“ veröffentlicht und von „Kossev“ berichtet wird.

Der kosovarische Innenminister behauptet zudem in dem Interview, dass keine neue Einigung über die Kennzeichen notwendig sei, weil bereits ein Abkommen existiere, dass nur noch umgesetzt werden solle.

„Wir haben bereits ein Abkommen, aber Serbien blockiert seine Umsetzung. Ich denke nicht, dass dazu zuerst ein politisches Abkommen, gefolgt von einem technischen Abkommen und schließlich ein Umsetzungsabkommen notwendig sind, wie das von Serbien gefordert wird“, so Svecla.

Zudem erwarte er am 31. Oktober keine erneuten Eskalationen im Norden des Kosovo, fügte der Innenminister hinzu und verwies auf die Angaben ausländischer Missionen, dass sie bereit seien, die Sicherheit und Stabilität des Kosovo zu gewährleisten.

„Es gibt keine Anzeichen für irgendwelche extremen Schwierigkeiten. Vielleicht ist gelegentlicher Widerstand möglich im Sinne dass die KFZ-Besitzer die illegalen Kennzeichen nicht gegen legale ersetzen wollen, aber ich denke nicht, dass es zu einer Eskalation kommen kann“, erklärte Svecla.

Die serbischen Kennzeichen für KFZ in den Städten von Kosovo stellten für Serben nur eine Erschwernis dar, weil sie damit südlich des Flusses Ibar nicht fahren dürfen. Zudem bestehe bei den Bürgern durchaus der Wille, ihre Fahrzeuge umzumelden, aber sie erlebten „einen fürchterlichen Druck vonseiten der Strukturen von Aleksandar Vucic“, meinte Svecla in dem Interview.

Rund zwei Wochen vor dem Ablauf der Frist zur Ummeldung der KFZ haben nur wenige Serben diese Möglichkeit in Anspruch genommen. Der US-Botschafter in Pristina, Jeffrey Hovenier, hat bereits auf diese Tatsache hingewiesen und erklärt, dass die Frist verlängert werden sollte, dies jedoch von den kosovarischen Behörden abhänge.

Der EU-Sonderbeauftragte für den Dialog zwischen Belgrad und Pristina, Miroslav Lajčák, hat In der Frage der Kennzeichen bereits letzte Woche Gespräche mit den kosovarischen Vertretern geführt. Heute trifft sich der EU-Diplomat zu Gesprächen mit dem serbischen Präsidenten Vucic und dem Direktor der Kanzlei für den Kosovo und Metochien in Belgrad.

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