Serbien hebt ab in die Zukunft der Mobilität: Ein frischer Deal mit US-Hersteller Archer bringt elektrische Flugtaxis zur EXPO 2027 nach Belgrad – samt strategischer Partnerschaft.
Während des Weltwirtschaftsforums in Davos wurde ein wegweisender Vertrag unterzeichnet, der Serbien zum Vorreiter in der urbanen Luftmobilität machen könnte. Die serbische Regierung sicherte sich die Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen Archer, das als offizieller „Air Taxi“-Partner für die EXPO 2027 in Belgrad fungieren wird. Teil der Vereinbarung ist auch der potenzielle Erwerb von bis zu 25 elektrischen Fluggeräten des Modells „Midnight“.
Laut Unternehmensangaben werden die „Midnight“-Fluggeräte nicht nur auf der Weltausstellung präsentiert, sondern Archer erhält auch den Status eines bevorzugten Mobilitätspartners während der Veranstaltung. Die Vertragsunterzeichnung erfolgte durch den serbischen Finanzminister und Ersten Vizepräsidenten Sinisa Mali. Bei der Zeremonie waren auch Staatspräsident Aleksandar Vucic sowie Archers Geschäftsführer Adam Goldstein und Handelsdirektor Nikhil Goel anwesend.
Wie das Fachportal Tango Six berichtet, handelt es sich hierbei um die Konkretisierung von Gesprächen, die bereits vor einem Jahr ebenfalls in Davos begonnen hatten. Damals wurde erstmals die mögliche Zusammenarbeit mit Archer ins Spiel gebracht – im Wettbewerb mit mehreren globalen Herstellern von eVTOL-Fluggeräten (elektrische Senkrechtstart- und Landeflugzeuge).
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Rechtliche Vorbereitungen
Für die Umsetzung des ambitionierten Projekts wurden bereits wichtige Weichen gestellt: Das serbische Direktorat für Zivilluftfahrt aktualisierte im vergangenen Jänner den gesetzlichen Rahmen und schuf damit erstmals eine rechtliche Grundlage für den Einsatz von eVTOL-Fluggeräten in Serbien. Mit dem Bau der notwendigen „Vertiports“ – speziellen Start- und Landeplätzen für diese neuartige Luftfahrzeugklasse – wurde das Unternehmen Aerodromi Srbije beauftragt.
Trotz der Bezeichnung als „Taxis“ stellte Minister Mali bereits früher klar, dass die Fluggeräte während der EXPO nicht im vollen kommerziellen Umfang eingesetzt werden, sondern primär Demonstrationszwecken dienen sollen. Ein besonders interessanter Aspekt der Vereinbarung geht jedoch über den reinen Flugbetrieb hinaus: Die Parteien vereinbarten den Beginn eines strategischen Dialogs über Industrialisierungsfragen, insbesondere zu Seltenerdmagneten und kritischen Mineralien für die Batterieproduktion – ein Themenfeld von enormer Bedeutung für die gesamte Elektromobilitätsbranche.
Globale Partnerschaften
Bemerkenswert ist, dass sich das Fluggerät „Midnight“ derzeit noch in der Erprobungs- und Zertifizierungsphase befindet. Archer hat ähnliche Kooperationsvereinbarungen bereits mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Indien, Japan und Südkorea abgeschlossen.
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