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Motorsportprojekt

Formel-1-Traum in Kroatien: Croatia Ring nimmt Fahrt auf

Formel-1-Traum in Kroatien: Croatia Ring nimmt Fahrt auf
Foto: DIEGO AZUBEL
3 Min. Lesezeit |

Ein Formel-1-Weltmeister, 50 Hektar Wildnis und ein kroatischer Traum: Der Croatia Ring nimmt Fahrt auf.

Kroatien rüstet sich für den großen Motorsport: Bei Slunj, einer Kleinstadt in der Gespanschaft Karlovac (kroatische Verwaltungseinheit, vergleichbar mit einem Bezirk), soll mit dem Automotodrom Croatia Ring ein Renn- und Freizeitkomplex entstehen, der internationalen Maßstäben genügt – und langfristig sogar Formel-1-Rennen anziehen könnte. Das Projekt hat nun einen weiteren behördlichen Meilenstein erreicht.

Das kroatische Ministerium für Umweltschutz und grüne Transformation hat entschieden, dass für das geplante Sport- und Freizeitzentrum keine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich ist – vorausgesetzt, die vorgeschriebenen Umweltschutzauflagen und ein begleitendes Überwachungsprogramm werden eingehalten. Der Beschluss ist allerdings an eine Frist gebunden: Reicht der Projektträger nicht innerhalb von zwei Jahren nach Rechtskraft einen Antrag auf Standortgenehmigung ein, verliert er seine Gültigkeit. Eine einmalige Verlängerung um weitere zwei Jahre ist möglich, sofern sich die Rahmenbedingungen nicht wesentlich geändert haben.

Strecke & Infrastruktur

Hinter dem Vorhaben steht das Unternehmen Automotodrom Plitvice aus Split. Das Areal am Standort Lapovac–Blagaj erstreckt sich über rund 50 Hektar und gliedert sich in zwei Hauptbereiche: eine Automotodrom-Zone und eine Gastronomie- und Tourismuszone. Die Realisierung ist in drei Phasen vorgesehen.

Den Löwenanteil des Geländes nimmt mit rund 40 Hektar die eigentliche Rennanlage ein. Geplant sind eine Strecke von 4.226,56 Metern Länge, ein Paddock mit Boxen und Fahrerpark, ein Pit-Building, Serviceeinrichtungen sowie Tribünen für rund 15.000 Zuschauer. Ein Parkplatz mit Kapazität für knapp 1.000 Fahrzeuge rundet die Infrastruktur ab.

Die verbleibenden zehn Hektar sind für Gastronomie und Tourismus reserviert: Dort entstehen 23 Apartments, sechs Luxuseinheiten sowie ein Boutique-Hotel mit Terrassen und Pool. Darüber hinaus sieht das Projekt ein Ausstellungszentrum, Lagerflächen und weitere Freizeitangebote vor. Die technische Infrastruktur umfasst Wasserversorgung, Kanalisation, Regenwasserableitung, Stromnetz mit Notstromaggregaten sowie ein Heiz- und Kühlsystem mit LED-Beleuchtung.

Von der Gesamtfläche von rund 501.000 Quadratmetern entfallen knapp 61 Prozent auf Grünflächen – ein Aspekt, der im Genehmigungsverfahren offenbar eine wesentliche Rolle gespielt hat.

Villeneuve als Berater

Die Idee zum Croatia Ring geht auf das Jahr 2021 zurück. Initiiert wurde das Projekt von den Unternehmern Ante Busic und Davorin Stetner, später stieß auch Tomislav Mamic dazu, eine der bekanntesten Unternehmerpersönlichkeiten Kroatiens. Als internationaler Berater fungiert Jacques Villeneuve, Formel-1-Weltmeister des Jahres 1997. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 angepeilt.

Der gewählte Standort nahe Slunj punktet mit seiner geografischen Lage: Zagreb und der dortige Flughafen sind in rund 75 Minuten erreichbar, Karlovac liegt nur eine halbe Stunde entfernt. Die Projektverantwortlichen sehen im Croatia Ring nicht nur einen Impuls für den heimischen Motorsport, sondern auch einen wirtschaftlichen Katalysator für die strukturschwache Region – mit Chancen für lokale Gastronomen, Beherbergungsbetriebe und den Tourismussektor insgesamt.

Das Projekt ist bereits als strategisches Investitionsvorhaben der Republik Kroatien eingestuft und hat damit auch auf politischer Ebene Rückenwind.

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KO KOSMO-Redaktion
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