Start Aktuelle Ausgabe Frauen in untypischen Berufen – Mirneta Bećirović: „Niemals ohne meine Schwester!“
SELBST IST DIE FRAU

Frauen in untypischen Berufen – Mirneta Bećirović: „Niemals ohne meine Schwester!“

FOTO: Akos Burg

GIRLPOWER. Sie sind Automechanikerinnen, Polizistinnen, Securitys und Ingenieurinnen. Wir stellen euch Frauen vor, die in Branchen arbeiten, die in der Regel von Männern dominiert werden. Die nächste im Bunde ist die 26-jährige Polizistin, Mirneta Bećirović.

Über Mirneta Bećirović zu schreiben, ohne ihre Zwillingsschwester Mirnesa zu erwähnen, ist fast unmöglich. Von klein auf, seitdem sie mit acht Monaten mit ihrer Familie aus Zvornik in das niederösterreichische Pressbaum geflohen sind, sind die beiden Schwestern unzertrennlich, egal ob bei den errungenen Goldmedaillen im Kampfsport Jiu-Jitsu, in der Schule oder im Dienst in der Polizeiuniform, die Mirneta und Mirnesa seit ihrem Beginn in der Polizeischule 2012 tragen.

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GIRLPOWER. Sie sind Automechanikerinnen, Polizistinnen, Securitys und Ingenieurinnen. Wir stellen euch Frauen vor, die in Branchen arbeiten, die in der Regel von Männern dominiert werden. Die nächste im Bunde ist die 26-jährige Polizistin, Mirnesa Bećirović.

 

Seit dem ersten KOSMO-Interview mit ihnen 2012 sind volle sechs Jahre vergangen und inzwischen tragen Mirneta und ihre Schwester Mirnesa den Rang „Revierinspektor“. „Unser Glück ist, dass wir im Rahmen der sportlichen Strukturen beides vereinbaren können: den Sport selbst und die Trainings, aber auch die Außendienste bei der Polizei. Dass wir gemeinsam in derselben Polizeistation arbeiten können, bedeutet uns viel“, sagt Mirneta, die zusammen mit ihrer Schwester schon seit Jahren die Welt- und Europameisterschaften im Jiu-Jitsu beherrscht.

Schon seit zwei Jahren versieht Mirneta gemeinsam mit ihrer Schwester den Polizeidienst in Perchtoldsdorf, in der Gemeinde Mödling etwas südlich von Wien. Auch wenn noch immer mehr Männer als Frauen die Polizeiuniform tragen, hatte Mirneta aufgrund ihres Geschlechts niemals Probleme in den Strukturen der Polizei. Im Gegenteil, sie behauptet sogar, dass es für Frauen in gewissen Situationen einfacher ist, ihre Pflicht zu tun. „Wenn wir eine weibliche Person durchsuchen, muss das eine Frau machen, und oft findet man mit dem eigenen Geschlecht auch schneller und leichter eine gemeinsame Sprache und kann Aufgaben leichter bewältigen“, erklärt uns Mirneta.

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Die Weltspitze des Jiu-Jitsu, Mirneta und Mirnesa Bećirović, trainieren von Anfang an immer gemeinsam- bisher blieben die Zwillinge vor gröberen Verletzungen verschont…

 

Nach ihrem „glücklichsten Moment“ in der Polizeiuniform gefragt, erinnert sich Mirneta: „Einmal hatten wir eine Situation, in der es fast zu familiärer Gewalt gekommen wäre, und da habe ich die psychologische Arbeit mit der Frau übernommen. Wir haben es geschafft, alles zu lösen, sodass sich am Ende alle versöhnt haben. Da habe ich begriffen, wie vielseitig der Polizistenberuf eigentlich ist. Oft kann man mit mehr Sensibilität in der präventiven Kommunikation viel erreichen“, schließt die junge österreichische Bosnierin.