Ein Angriff auf eine Moschee in San Diego fordert Todesopfer – darunter ein Vater von acht Kindern, dessen Mut Schlimmeres verhinderte.
Drei Menschen starben am Montag vor einer Moschee in San Diego, als zwei Teenager das Feuer auf das Gotteshaus eröffneten. Die Verdächtigen – Cain Clark (17) und Caleb Vazquez (18) – wurden kurz darauf tot aufgefunden. Sie hatten sich selbst erschossen. Auf einer der verwendeten Waffen fanden die Ermittler eingravierte Hassparolen, wie die Polizei bestätigte.
Gegenüber CNN erklärten Beamte, dass auf mindestens einer der Tatwaffen Hassrhetorik angebracht war. Im Fahrzeug der beiden Jugendlichen wurden zudem antiislamische Schriftstücke sichergestellt, die nun Gegenstand der laufenden Ermittlungen sind. Ob es sich um ein islamfeindlich motiviertes Hassverbrechen handelt, wird derzeit untersucht.
Heldenhafter Sicherheitsbeamter
Zu den Todesopfern zählt der Sicherheitsbeamte Amin Abdullah, Vater von acht Kindern, der beim Angriff ums Leben kam. Polizeichef Scott Wahl würdigte sein Eingreifen ausdrücklich: „Sein Verhalten war heldenhaft, und er hat heute zweifellos Leben gerettet.“ Wahl zufolge habe Abdullahs Handeln dazu beigetragen, ein noch weitaus schlimmeres Blutbad zu verhindern.
A terrorist attack targeted the Islamic Center of San Diego.
The terrorist attack resulted in 3 Muslim worshippers murdered, including the mosque security guard who sacrificed himself to prevent an even larger massacre.
Photo and screenshot of The hero Amin Abdullah, the… pic.twitter.com/eQCNOTZw2z
— Warfare Analysis (@warfareanalysis) May 18, 2026
Die beiden Täter waren laut Polizei in Tarnkleidung gekleidet und mit einem BMW X1 SUV aus dem Jahr 2018 zum Tatort gefahren. Unter den sichergestellten Waffen befanden sich eine 9-mm-Pistole, eine Schrotflinte sowie ein Mini-14-Gewehr – allesamt aus dem Haushalt gestohlen. Den Anstoß zur Ermittlung gab die Mutter eines der Teenager: Sie hatte bemerkt, dass mehrere ihrer Waffen fehlten, und einen Abschiedsbrief ihres Sohnes gefunden. Daraufhin meldete sie ihn als suizidgefährdet. „Das löste eine umfassendere Bedrohungsanalyse aus“, erläuterte Polizeichef Wahl.
Kinder in Sicherheit
Das Islamic Center of San Diego, die größte Moschee im San Diego County, liegt rund 15 Kilometer nördlich der Stadtmitte. Zum Komplex gehört auch die Al-Rashid-Schule, die Kinder vom Kindergarten bis zur dritten Klasse besuchen. Imam Taha Hassane versicherte in einem Facebook-Video, dass alle Kinder und Mitarbeiter in Sicherheit seien: „Die gesamte Schule ist in Sicherheit. Alle Kinder, alle Mitarbeiter und Lehrer sind sicher aus dem Islamic Center heraus.“
Zahlreiche Schülerinnen und Schüler wurden von Einsatzkräften aus dem Gebäude geleitet. Als Sammelstelle für die Eltern richtete die Polizei die San Diego Clairemont Seventh-Day Adventist Church ein. Viele Eltern eilten in sichtlicher Panik zum Tatort, um sich von der Unversehrtheit ihrer Kinder zu überzeugen. Vor der Moschee waren aufgewühlte Menschen zu sehen, die verzweifelt nach Informationen suchten.
Hubschrauberaufnahmen zeigten schwer bewaffnete Einsatzkräfte, die sich vor dem Gebäude in Stellung gebracht hatten.
Auf dem Boden war eine nicht identifizierte Person in einer Blutlache zu sehen.