Mit Messer und Stockdegen stürmt ein Mann in eine Bielefelder Bar und sticht wahllos auf Gäste ein. Drei Schwerverletzte, ein zurückgelassener Rucksack und eine alarmierende Entdeckung.
Ein Messerangriff auf Barbesucher in Bielefeld wird von den Ermittlern als gezielter Anschlag eingestuft. In den frühen Morgenstunden des Sonntags attackierte ein Mann gegen 4.20 Uhr mehrere Gäste vor der Bar „Cutie“ in der Große-Kurfürst-Straße. Nach Aussagen von Augenzeugen stach der Angreifer mit einem Messer und einem Stockdegen wahllos auf die anwesenden Personen ein. Kriminaltechniker dokumentierten am Tatort die Sicherstellung eines Stockdegens – ein als Spazierstock getarntes Stichgerät mit ausziehbarer Klinge.
„Nach dem derzeitigen Kenntnisstand wurden mindestens fünf Menschen verletzt, davon drei schwer. Es ist nicht auszuschließen, dass noch weitere Personen verletzt wurden“, erklärte Polizeisprecherin Sonja Remmert. Zwei der Opfer befinden sich in lebensbedrohlichem Zustand. Die Verletzten sind laut Polizei zwischen 23 und 27 Jahre alt.
Anwesende Gäste überwältigten den Angreifer und fügten ihm Gesichtsverletzungen zu. Dennoch gelang es dem Mann, sich loszureißen und zu Fuß zu flüchten. Bei seiner Flucht ließ er einen Rucksack zurück.
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Verdächtige Funde
Die mit dem Fall betraute Mordkommission „Kurfürst“ unter der Leitung des Ersten Kriminalhauptkommissars Markus Mertens konnte den zurückgelassenen Rucksack im Umfeld des Tatorts sicherstellen. Laut BILD-Informationen fanden die Ermittler darin weitere Waffen sowie eine Flasche mit brennbarer Flüssigkeit. Zudem entdeckten sie einen auf einen syrischen Staatsangehörigen ausgestellten Aufenthaltstitel.
Diese Funde führten zur Einschätzung, dass der Täter nicht spontan handelte, sondern einen Anschlag geplant und sich entsprechend vorbereitet hatte.
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Polizeiliche Warnung
Die Polizei warnt: „Die Polizei Bielefeld konnte vor Ort Messer sicherstellen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der derzeit noch flüchtige Tatverdächtige bewaffnet ist.“ Die Beamten appellieren an die Bevölkerung: „Bei Antreffen des Tatverdächtigen bitte umgehend den Notruf der Polizei über 110 verständigen. Bitte halten Sie Abstand und bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr.“
Angesichts der politischen Dimension des Vorfalls hat die Polizei eine Besondere Aufbauorganisation (BAO) eingerichtet. Diese Struktur dient dazu, bei komplexen Einsatzlagen mit Beteiligung verschiedener Behörden eine einheitliche Führung und Koordination zu gewährleisten.
Fahndung läuft auf Hochtouren
Die Bielefelder Polizei hat am Sonntagmorgen eine großangelegte Fahndungsaktion eingeleitet. Ein Sondereinsatzkommando durchsuchte bereits eine kommunale Unterkunft in der Stadt. Nach neuesten Informationen konnte der mutmaßliche Täter trotz intensiver Bemühungen bislang nicht gefasst werden.
Die Staatsanwaltschaft hält sich mit der Einstufung als Anschlag noch zurück, während die Mordkommission „Kurfürst“ aufgrund der Fundstücke im Rucksack von einer geplanten Tat ausgeht.
Laut aktualisierten Polizeiangaben wurden bei dem Angriff insgesamt sechs Personen im Alter zwischen 23 und 27 Jahren verletzt – zwei davon befinden sich weiterhin in lebensgefährlichem Zustand.
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