Autofreie Strände, Korallentradition und eine Stille, die kaum noch zu finden ist – eine dalmatinische Insel begeistert nun auch britische Medien.
Dass die Briten eine besondere Vorliebe für Kroatien hegen, ist längst kein Geheimnis mehr. Seit Jahren zählen Reisende aus dem Vereinigten Königreich zu den verlässlichsten Gästen an der Adria, und die aktuellen Zahlen untermauern dies eindrucksvoll: Im Jahr 2025 registrierte Kroatien einen neuen Rekord mit 21,8 Millionen Besuchern und mehr als 110 Millionen Übernachtungen – rund 4,1 Millionen davon entfielen auf britische Reisende.
Während Dubrovnik, Zrce und Istrien traditionell zu den bevorzugten Zielen britischer Urlauber gehören, rückt nun ein völlig anderer Ort in den Fokus. Laut einem Bericht der britischen Boulevardzeitung „The Sun“ handelt es sich dabei um eine kleine dalmatinische Insel, die vor allem durch ihre Autofreiheit und ihre weitgehend unberührte Natur begeistert.
Zlarins stille Natur
Nur eine zwanzigminütige Fährfahrt von Sibenik entfernt liegt Zlarin – eine autofreie Insel, deren unversehrte Landschaft und das klare Meerwasser Besucher in ihren Bann ziehen. Was manche als „kleines, unentdecktes Juwel“ bezeichnen, hinterlässt bei einigen Reisenden den Eindruck, in eine andere Welt einzutauchen.
Mit rund 2700 Sonnenstunden jährlich und üppiger Vegetation bietet die Insel ideale Voraussetzungen für Erholung in der Natur. Das Fahrverbot sorgt für eine Stille, die andernorts kaum noch zu finden ist. Trotz ihrer überschaubaren Größe verfügt Zlarin über mehrere Strände mit außergewöhnlich klarem Wasser – darunter Malpaga, unweit der Ortschaft gelegen und besonders bei Tauchern beliebt, sowie Trutin, ein ruhiger Felsstrand.
Ein Besucher fasste seine Eindrücke so zusammen: „Perfekt für alle, die Ruhe, malerische Landschaften und die Abwesenheit von Menschenmassen schätzen. Die Insel ist per Boot oder Wassertaxi erreichbar und ideal für diejenigen, die in wunderschöner Umgebung die Natur erleben möchten.“
Da die meisten Strände felsig sind, empfiehlt sich das Mitführen von Badeschuhen. Wer die Insel zu Fuß erkunden möchte, kann den Klepac besteigen – mit 169 Metern der höchste Punkt Zlarins, der einen weiten Blick über das Meer und den Sibenik-Kanal freigibt.
Die Insel blickt auf eine jahrhundertelange Verbindung zur Korallenfischerei zurück. Bereits seit dem 14. Jahrhundert holen die Bewohner Zlarins Korallen aus dem Meer, denen heilende Kräfte und Schutz vor Krankheiten nachgesagt werden. Diese Tradition ist bis heute lebendig: Zwei Korallenläden auf der Insel zeugen davon, und in einem von ihnen können Besucher eine Schleiferei besichtigen, in der die Korallen zu Schmuck und anderen Gegenständen weiterverarbeitet werden.
Obwohl die Insel überwiegend von Grün durchzogen ist, hält die einzige Ortschaft Zlarin einige gastronomische Anlaufstellen bereit. Das Lokal Pasarela ist für seine entspannte Atmosphäre und Folk-Rock-Musik bekannt, während die Fingnac-Bar mit besonders großzügig bemessenen Pizzen punktet. „Wahrscheinlich der beste Ort zum Essen auf der Zlarin-Straße. Eine der besten Pizzen, die ich außerhalb Italiens gegessen habe“, schrieb einer der Gäste.
Mit 131 Metern Länge und 16 Metern Breite gilt sie als die längste ihrer Art in ganz Kroatien.
Ein Spaziergang entlang der Uferpromenade des Ortes lohnt sich ebenfalls.
Sibenik & Umgebung
Nach dem Ausflug zur Insel empfehlen die Journalisten von „The Sun“, auch Sibenik selbst einen Besuch abzustatten. Die Stadt an der Mündung des Flusses Krka gilt als älteste kroatische Stadtgründung an der Adria und beeindruckt mit einer venezianisch geprägten Altstadt sowie gleich zwei Stätten auf der UNESCO-Welterbeliste – darunter die vollständig aus Stein errichtete Kathedrale San Marco.
Nur etwa 20 Autominuten von Sibenik entfernt liegt der Nationalpark Krka, der vor allem für seine beeindruckenden Wasserfälle bekannt ist. Darüber hinaus diente Sibenik als Kulisse für die Erfolgsserie Game of Thrones, in der die Stadt als Freie Stadt Braavos zu sehen war.
Die unkomplizierteste Anreise aus Großbritannien führt laut den britischen Reisejournalisten über einen Flug nach Split oder Zadar, von wo aus Sibenik in rund einer Stunde erreichbar ist. Vom dortigen Hafen legt die Fähre nach Zlarin ab – die Überfahrt dauert etwa 20 Minuten, das Ticket kostet zwischen zwei und vier Euro pro Person.