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Umweltkatastrophe

Giftiger Niederschlag verätzt Haut – Teheran in tödlicher Rauchwolke

Giftiger Niederschlag verätzt Haut – Teheran in tödlicher Rauchwolke
Foto: epa/ABEDIN TAHERKENAREH
3 Min. Lesezeit |

Nach den Angriffen auf Teherans Öldepots droht der Stadt eine zweite Welle – diesmal aus der Luft.

Am Wochenende wurden die Öldepots Shahran und Aghdasieh in Teheran sowie mehrere weitere Anlagen in der Region durch Luftangriffe getroffen. Die dabei ausgebrochenen Brände hüllten die Hauptstadt und ihre Umgebung in dichte Rauchwolken – und schufen damit eine neue, unsichtbare Bedrohung für die Bevölkerung. Wie die britische Zeitung The Times berichtet, gesellt sich zu den Raketen nun schwarzer Regen: Seit den Angriffen warnen Behörden und Hilfsorganisationen vor vergifteter Luft und saurem Niederschlag.

Gefährlicher Niederschlag

Esmaeil Baqaei, Sprecher des iranischen Außenministeriums, sprach von Schadstofffreisetzungen, die „das Leben in massivem Ausmaß gefährden“. Die iranische Gesellschaft des Roten Halbmonds schlug in ähnlicher Schärfe Alarm: Die Explosionen der Öllager hätten gewaltige Mengen giftiger Verbindungen in die Atmosphäre geschleudert. „Im Falle von Niederschlägen ist der entstehende Regen äußerst gefährlich und weist stark saure Eigenschaften auf. Dieses Phänomen kann chemische Verbrennungen der Haut sowie schwere Schäden an der Lunge verursachen“, hieß es in der Warnung der Organisation.

Saurer Regen war vor allem in den 1980er- und 1990er-Jahren ein zentrales Thema der Umweltdebatte. Er entsteht, wenn bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe – in Kraftwerken ebenso wie im Straßenverkehr – Schwefeldioxid und Stickoxide freigesetzt werden. Verbinden sich diese Gase mit atmosphärischem Wasser, bilden sich schwache Lösungen aus Schwefel- und Salpetersäure, die als saurer Regen niedergehen. Klassischer saurer Regen ist zwar nicht stark genug, um menschliche Haut zu verätzen, dringt aber in Böden, Gewässer und Seen ein, schädigt aquatische Ökosysteme und greift Gebäude an.

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Laut The Times wird der Regen über Teheran durch die Rauchwolken zwar saurer als gewöhnlich ausfallen, ein Risiko für Hautverbrennungen bestehe jedoch voraussichtlich nicht. Dennoch könnten Augenreizungen auftreten, und eine Verunreinigung von Wasser und Boden sei nicht auszuschließen. Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt berichteten, dass der Niederschlag nach den Bränden schwarze, ölige Rückstände auf Häusern, Kleidung und Haut hinterlassen habe – ein Hinweis darauf, dass der Regen feinste Partikel mit sich führt. Sind diese kleiner als 2,5 Mikrometer, können sie über die Atemwege direkt in den Blutkreislauf gelangen.

Risiken laut Experten

Akshay Deoras, Wissenschaftler an der University of Reading, erläuterte die Zusammenhänge: „Die Luftangriffe auf die Öldepots haben Ruß, Rauch, Ölpartikel, Schwefelverbindungen und wahrscheinlich auch Schwermetalle sowie anorganische Materialien aus den Gebäuden freigesetzt. Ein Tiefdrucksystem, das zu dieser Jahreszeit üblicherweise über dem Iran und Westasien liegt, hat dabei günstige Bedingungen für Niederschläge geschaffen.“ Der Rauch werde vor allem für Menschen mit Asthma oder Lungenerkrankungen problematisch sein – doch auch die auf Straßen und Gebäuden abgelagerten Partikel stellten eine anhaltende Gefahr dar, da sie durch Wind und Verkehr erneut aufgewirbelt werden könnten.

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„Die gesundheitlichen Risiken entstehen durch das Einatmen oder den Hautkontakt mit Rauch und Schwebstoffen. Unmittelbare Folgen können Kopfschmerzen, Augen- und Hautreizungen sowie Atembeschwerden sein – besonders bei Asthmatikern, Menschen mit Lungenerkrankungen, älteren Personen, Kleinkindern und Menschen mit Behinderungen“, so Deoras.

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KO KOSMO-Redaktion
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