Hunderte Festnahmen, staatliche Warnungen, gesperrte Inhalte – in den Golfstaaten greift die Informationskontrolle mitten im Krieg.
Im Golfstaat Katar sind im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg mehr als 300 Personen festgenommen worden. Den Betroffenen wird vorgeworfen, durch Bildaufnahmen sogenannte irreführende Informationen verbreitet zu haben. Laut einer heute veröffentlichten Erklärung des katarischen Innenministeriums hätten die Festgenommenen „Videoclips gefilmt und verbreitet und irreführende Informationen und Gerüchte veröffentlicht, die die öffentliche Meinung aufwiegeln könnten“. Bei den insgesamt 313 Festgenommenen handelt es sich den Angaben zufolge um Staatsangehörige verschiedener Länder.
Militärische Eskalation
Den Hintergrund bildet eine massive militärische Eskalation: Ende Februar hatten die USA und Israel schwere Luftangriffe auf den Iran geflogen, bei denen der oberste Revolutionsführer Ajatollah Ali Chamenei sowie weitere hochrangige Vertreter der iranischen Staatsführung ums Leben kamen. Teheran antwortete mit Angriffen auf Israel und mehrere Golfstaaten sowie auf US-amerikanische Einrichtungen in der Golfregion.
Katar steht mit diesen Maßnahmen nicht allein. In Bahrain wurden am Freitag nach Angaben des bahrainischen Innenministeriums vier Personen festgenommen, weil sie angeblich Falschnachrichten über iranische Angriffe verbreitet hätten. Auch in Kuwait kam es zu Festnahmen.
Regionale Warnungen
Die Vereinigten Arabischen Emirate richteten unterdessen eine offizielle Warnung an die Bevölkerung, keine unzuverlässigen Informationen zu veröffentlichen. Saudi-Arabien sprach ähnliche Warnungen aus. Ungeachtet dieser Maßnahmen kursieren im Internet und auf verschiedenen Online-Plattformen weiterhin zahlreiche Aufnahmen von Raketen, Drohnen und den Folgen der Kriegshandlungen.