Schwarzer Rauch über Teheran, Feuerbälle am Horizont – Israel hat eine neue, folgenreiche Eskalationsstufe gezündet.
Über der iranischen Hauptstadt Teheran stiegen am Samstagabend zwei mächtige schwarze Rauchsäulen in den Himmel, begleitet von gewaltigen Feuerbällen. Zum ersten Mal hatte die israelische Armee gezielt die nationalen Ölreserven des Iran ins Visier genommen – jene Bestände, die das wirtschaftliche Fundament des Landes bilden und nun zumindest in Teilen in Flammen standen.
Nach Angaben eines israelischen Militärsprechers wurden rund 30 Öltanks angegriffen. Die Angriffswelle sei Teil einer umfassenderen Operation gegen Einrichtungen der iranischen Führung. „Die Streitkräfte des iranischen Terror-Regimes nutzen diese Treibstofftanks direkt und häufig für den Betrieb militärischer Infrastruktur“, erklärte das Militär.
Der iranische Staatssender IRIB berichtete, die Revolutionsgarden (IRGC, iranische Elitetruppe) hätten die Bombardierung einer Ölraffinerie im Süden Teherans bestätigt. Auch die israelische Seite räumte ein, mehrere Öllager in der Hauptstadt angegriffen zu haben, und begründete dies damit, dass die Anlagen der Versorgung der iranischen Streitkräfte gedient hätten.
CNN-Reporter Fred Pleitgen (49), der sich zum Zeitpunkt der Angriffe in Teheran aufhielt, schilderte die Lage so: „Nach einem anhaltenden Luftangriff in Teheran in der letzten Stunde sieht es nach ziemlich großen Schäden aus. Mehrere große Brände lodern. Wir hörten über uns Jets und über längere Zeit laute Schläge.“
Lapids Forderungen
Kurz nachdem die Angriffe bekannt wurden, meldete sich der frühere israelische Premierminister und heutige Oppositionsführer Yair Lapid (62) auf der Plattform X zu Wort. Er forderte eine noch weitreichendere Offensive: „Israel muss alle iranischen Ölfelder und die gesamte Energieindustrie auf der Insel Charg zerstören.“ Die Insel Charg im Persischen Golf gilt als zentraler Knotenpunkt für Irans Ölexporte.
Nur ein vollständiger wirtschaftlicher Zusammenbruch könne das Regime zu Fall bringen, so Lapid. „Dieser Krieg darf erst enden, wenn das iranische Regime gestürzt, die Atomanlagen zerstört, die gesamte Raketenindustrie vernichtet und die Hisbollah im Libanon besiegt ist.“
Trumps Reaktion
Unklar blieb vorerst, ob US-Präsident Donald Trump (79) von den Angriffen auf die iranischen Ölanlagen vorab in Kenntnis gesetzt worden war. Um 12.11 Uhr österreichischer Zeit hatte er auf seiner Plattform Truth Social geschrieben: „Heute wird der Iran sehr hart getroffen!“
Die Ölindustrie zählt zu den tragenden Säulen der iranischen Wirtschaft; ein erheblicher Teil der staatlichen Einnahmen speist sich aus den Exporterlösen – als größter Abnehmer gilt China.