Start NEWS Chronik Gesucht! Schiffskoch Milorad Vlaović in Linz verschwunden!
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Gesucht! Schiffskoch Milorad Vlaović in Linz verschwunden!

Milorad Vlaović ist am 21. von dem Sschiff “MS Primadonna” in Linz spurlos verschwunden (FOTO: Privatarchiv)

“Am nächsten Tag, es war Sonntag, rief ich ihn an. Da er nicht antwortete, dachte ich, dass er vielleicht noch schläft. Unter Tags schickte ich ihm noch weitere Nachrichten, aber als ich sah, dass er sie nicht öffnete, rief ich ihn nochmals an. Doch vergebens… Spätere Nachrichten erreichten ihn nicht einmal mehr. Ich war überzeugt, dass sein Akku leer war oder dass er keinen Zugang zum Internet hatte, also geriet ich nicht in Panik. Am Montagmorgen, als ich aufwachte, rief ich ihn erneut an, wieder vergebens. Gegen 10 Uhr kamen dann ein Nachbar und Freund zu mir. Seine ersten Worte waren, dass wir reden mussten, und ich fragte ihn ängstlich, was passiert war. Als er wiederholte, dass wir reden mussten, fragte ich ihn, was mit Mića passiert sei. Er erzählte mir, dass mein Mann verschwunden war. Er erklärte, dass er die Informationen vom Schiffsmanager in Novi Sad erhalten habe. Der Manager wurde von der Schiffscrew über den Fall informiert.”

Nach dem ersten Schock versuchte Željka Kontakt mit der Firma ihres Mannes aufzunehmen. Anfangs konnte sie aber niemanden erreichen: “Als ich es endlich geschafft habe, Mićas Vorgesetzten zu erreichen, sagte er, er dürfe nichts sagen und gab uns die Telefonnummer des Inspektors, der den Fall meines Mannes leitet. Nur wenige Tage später, als die österreichischen Medien die Informationen veröffentlichten, rief mich der Kapitän des Schiffes an und sagte mir, dass es allen in der Firma sehr leid täte. Mir wurde Hilfe und Unterkunft angeboten, falls ich vorhatte, nach Linz zu kommen. Ich war mit meinem Sohn in Österreich, habe mit dem für den Fall zuständigen Inspektor gesprochen und Mićas Sachen abgeholt: Dokumente, Reisepass, Kleidung. Es fehlte nichts außer dem, was er am Tag seines Verschwindens trug.”

Im Interview mit KOSMO wiederholte die unglückliche Frau immer wieder emotional, dass sie die ganze Welt auf den Kopf stellen würde, um ihren Ehemann zu finden: “Ich warte darauf, dass die österreichische Polizei mir mitteilt, dass es Fortschritte bei den Ermittlungen gibt. Diese Ungewissheit ist das Schlimmste für uns alle in der Familie. Ich bin mir jedes Szenarios bewusst. Ich bin bereit, jeden Willen Gottes anzunehmen. Alles, was mir wichtig ist, ist, dass er gefunden wird, dass diese schreckliche Qual endet. Die Polizei suchte sehr intensiv nach ihm, Taucher und Hubschrauber waren beteiligt, das Flussufer wurde abgesucht aber sie fanden Mića nicht. Das alles bestärkt nur meinen Verdacht und meine Überzeugung, dass er nicht in der Donau ist. Seit seinem Verschwinden sind fast vier Wochen vergangen, und wenn er ertrunken wäre, hätte er wohl irgendwo das Ufer erreicht.”

KOSMO sprach mit Svetlana Stanković, der Generalkonsulin der Republik Serbien in Salzburg, die den Fall von Milorad Vlaović intensiv überwacht. Sie erklärte, dass es keine neuen Informationen gebe, und betonte das lobenswerte Engagement der Polizei und die Bemühungen, den vermissten Koch zu finden. Pater Dragan Mićić, ein Priester der serbisch-orthodoxen Kirche in Linz, ist ebenfalls mit dem Fall vertraut und sprach exklusiv mit KOSMO: Er sagte, die Kirche habe Informationen über das Verschwinden auf ihrer Website veröffentlicht. Auch viele Leute aus der Community hätten dies über die sozialen Medien getan. Doch niemand konnte uns detailliertere Informationen über den Fall geben.

Die Kinder des Vermissten, Mihailo (11), Simeuna (9), Marija (7) und Tatjana (1) wendeten sich nun zusammen mit ihrer Mutter Željka, sowie den Großeltern an die Öffentlichkeit: Sie alle bitten die Bevölkerung sich an die österreichischen Polizei zu wenden, sollten sie etwas über das Verschwinden von Milorad Vlaović wissen oder vermuten.