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Zerschlagung

Gläubiger ziehen Reißleine: Batterie-Riese Varta vor dem Aus

Gläubiger ziehen Reißleine: Batterie-Riese Varta vor dem Aus
FOTO: EPA/LUKAS BARTH-TUTTAS
3 Min. Lesezeit |

Gläubiger ziehen die Reißleine: Beim deutschen Batterieriesen Varta spitzt sich die Krise dramatisch zu.

Der angeschlagene deutsche Batteriehersteller Varta wird aufgespalten. Die wichtigsten Gläubiger – darunter die Deutsche Bank sowie drei in London ansässige Investmentfonds – haben ihre vertraglichen Rechte aus den Finanzierungsvereinbarungen aktiviert. Als Begründung nennen sie „einen operativen Liquiditätsbedarf im mittleren zweistelligen Millionenbereich“, „verbunden mit erheblichen Kapitalmaßnahmen, die umgesetzt werden müssen, um den Betrieb nachhaltig“ fortzuführen.

Ein Sprecher der Gläubigergruppe, zu der neben der Deutschen Bank auch Blantyre, RBC Bluebay und Whitebox zählen, erklärte: „Trotz intensiver Gespräche mit allen Stakeholdern ist von keiner Seite eine Zusage zur Bereitstellung der erforderlichen zusätzlichen Finanzmittel eingegangen.“

Vartas Schieflage

In finanzielle Schieflage geraten war Varta durch eine aggressive Expansionsstrategie. Die Aktien des Unternehmens wurden 2025 vom Börsenhandel ausgeschlossen. Anteilseigner sind der österreichische Unternehmer Michael Tojner, einst Mehrheitseigner, sowie der Sportwagenhersteller Porsche AG – beide halten jeweils 50 Prozent. Laut einem Bericht der Wirtschaftswoche waren beide nicht bereit, weiteres Kapital in das Unternehmen einzubringen.

Mehrere deutsche Medien berichten unter Berufung auf eine Mitteilung der Gläubiger, dass der Bereich Haushaltsbatterien künftig selbständig geführt wird, während für den verbleibenden Teil des Konzerns eine neue Eigentümerstruktur gefunden werden soll. Tojner äußerte sich in einem schriftlichen Statement und erklärte, den Schritt der finanzierenden Banken zu bedauern, „der in dieser Form leider voraussehbar war“. Mit dem Wegfall des großen US-Kunden Apple sei klar gewesen, dass Varta in der bestehenden Form „nicht weitergeführt werden kann und einen weiteren Sanierungsschritt braucht“.

„Hohe Energiepreise, hohe Lohnkosten und andere Standortnachteile machen die Entwicklung des Batteriegeschäftes in Europa im Vergleich zu Asien zu einer großen Herausforderung“, so der Investor.

Neues Sanierungsverfahren

Bereits im Juli 2024 hatte Varta ein Sanierungsverfahren nach dem Restrukturierungsgesetz StaRUG (deutsches Gesetz zur Unternehmensstabilisierung) eingeleitet, um eine Insolvenz abzuwenden. Im Rahmen dieses Verfahrens wurde die Schuldenlast von rund 485 Millionen Euro auf etwa 230 Millionen Euro reduziert, zugleich wurde ein neuer vorrangiger Kredit über 60 Millionen Euro zur Deckung des Liquiditätsbedarfs vereinbart. Im Zuge dieses Verfahrens wurden die bisherigen Aktionäre aus dem Unternehmen verdrängt.

Tojners Montana-Gruppe „wird sich darum bemühen, die Microbattery-Sparte und das Solutionsgeschäft aus dem Sanierungsverfahren herauszulösen, um das Know-how in der Batterieproduktion in Europa zu behalten und weiterzuführen. Dies würde auch die Varta Innovation Graz und die Tochtergesellschaft in Rumänien umfassen“, wie es in Tojners Mitteilung heißt. Dieser Schritt werde jedoch ein weiteres Sanierungsverfahren sowie einschneidende Maßnahmen erfordern.

Mit den verbleibenden Unternehmensteilen soll die Varta-Gruppe künftig in Nischenbereichen positioniert werden.

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KO KOSMO-Redaktion
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