Home News Chronik
MORDVERDACHT

Grundwehrdiener erschossen: Soldat in U-Haft

FOTO: iStock/AlxeyPnferov
FOTO: iStock/AlxeyPnferov

In Kärnten ereignete sich ein schwerwiegender Vorfall in der Türk-Kaserne in Spittal an der Drau. Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt hat Ermittlungen wegen des Verdachts auf Mord gegen einen 20-jährigen Wachsoldaten aufgenommen.

Dieser wurde bereits in die Justizanstalt Klagenfurt überstellt. Anlass für die Ermittlungen ist der Tod eines 21-jährigen Grundwehrdieners, der am Dienstag infolge eines Schusses ums Leben kam. Der Leichnam von Mustafa P. wird heute Abend in die Türkei überstellt.

Zweifel an der Unfallhypothese

Der beschuldigte Soldat gibt an, der Schuss habe sich versehentlich aus seiner Dienstwaffe gelöst. Diese Darstellung wird jedoch von einem initialen ballistischen Gutachten in Zweifel gezogen. „Das, was er sagt, kann vorerst nicht in Einklang mit einem ersten ballistischen Sachverständigen-Gutachten gebracht werden“, erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Tina Frimmel-Hesse. „So, wie der Verdächtige es schildert, kann es nicht passiert sein”, so Frimmel-Hesse Eine endgültige Bewertung des Tathergangs steht noch aus, da weitere ballistische Untersuchungen notwendig sind.

Angehörige und Kameraden unter Schock

Die Obduktion des Opfers bestätigte zunächst nur, dass der junge Mann durch den Schuss starb. Um die genauen Umstände zu klären, sind weitere Ermittlungen und Zeugenbefragungen erforderlich. Direkte Augenzeugen des Vorfalls sind nicht bekannt, jedoch wird nach Informationen gesucht, die die Ereignisse aufklären könnten. Ein potenziell relevantes Video aus dem Vorzimmer der Wache steht ebenfalls noch zur Überprüfung aus.

Ein Kamerad aus derselben Kaserne schrieb auf Instagram: „Mustafa, den alle ‘Musti’ nannten, arbeitete im Soldatenheim. Alle verstanden sich sehr gut mit ihm. Er war immer lustig und fröhlich drauf. Seine Familie wurde in der Kaserne informiert, dass er es leider nicht geschafft hat. Daraufhin hörte man nur noch Schreie. Ruhe in Frieden.“

Entscheidung über Untersuchungshaft ausstehend

Die Staatsanwaltschaft hat zudem einen Antrag auf Untersuchungshaft für den Verdächtigen gestellt. Innerhalb von 48 Stunden muss ein Haftrichter über diesen Antrag entscheiden. Die genauen Hintergründe und Motive des Vorfalls sind bislang unklar.