Drei Tote, ein gesperrter Hafen und ein Virus an Bord – die Lage auf der „Hondius“ spitzt sich dramatisch zu.
Ein möglicher Ausbruch des Hantavirus an Bord eines kleinen Kreuzfahrtschiffs hat dazu geführt, dass die Passagiere an ihrem geplanten Zielhafen nicht von Bord gehen dürfen. Das Schiff liegt derzeit vor Praia, der Hauptstadt und dem Haupthafen der Inselgruppe Kap Verde vor der westafrikanischen Küste. Drei erkrankte Personen sollen über Kap Verde das Schiff verlassen.
Einen gesicherten Weiterreiseplan gibt es laut dem Betreiber Oceanwide Expeditions bislang nicht – eine Route in Richtung der Kanarischen Inseln werde derzeit geprüft, teilte die Reederei am gestrigen Abend mit.
Hantavirus-Infektionen hängen in der Regel mit Kontakten zu infizierten Nagetieren zusammen. Der WHO-Regionaldirektor für Europa Hans Henri Kluge erklärte, das Risiko für die breite Öffentlichkeit sei weiterhin gering.
Todesfälle an Bord
Das Schiff mit dem Namen „Hondius“ war mit 61 Besatzungsmitgliedern an Bord vor einigen Wochen von Argentinien in See gestochen und hatte Kap Verde als Ziel. Während der Überfahrt kam es zu mehreren Todesfällen – bislang starben drei Menschen an Bord.
Sollte das Schiff die Kanarischen Inseln anlaufen, etwa Las Palmas de Gran Canaria oder Teneriffa, wären dort weiterführende medizinische Untersuchungen möglich, erklärte die Reederei. Diese könnten unter Aufsicht der Weltgesundheitsorganisation sowie niederländischer Gesundheitsbehörden durchgeführt werden. Allerdings schränkte Oceanwide Expeditions ein: „Das muss noch bestätigt werden.“