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WHO beruhigt

Hantavirus-Tote: Evakuierung des Kreuzfahrtschiffs startet

Hantavirus-Tote: Evakuierung des Kreuzfahrtschiffs startet
FOTO: EPA/Miguel Barreo
3 Min. Lesezeit |

Ein Kreuzfahrtschiff, ein Hantavirus-Ausbruch, drei Tote – und eine Insel in Alarmbereitschaft. Die Evakuierung läuft unter höchsten Sicherheitsstufen.

Am Sonntag lief das niederländische Kreuzfahrtschiff „Hondius“ im Hafen von Teneriffa ein – an Bord ein Hantavirus-Ausbruch, der die Behörden bereits im Vorfeld in Alarmbereitschaft versetzt hatte. Das Schiff hatte rund 150 Passagiere und 61 Besatzungsmitglieder an Bord. Noch vor acht Uhr morgens wurden sämtliche Passagiere einer eingehenden medizinischen Untersuchung unterzogen und auf mögliche Krankheitszeichen geprüft. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus wandte sich beruhigend an die Öffentlichkeit: „Kein neues Covid!“ Für die Bevölkerung der Insel sei das Risiko gering, da auf der „Hondius“ kein neuer Verdachtsfall registriert worden sei.

Die europäische Gesundheitsbehörde hatte am späten Samstagabend vorsorglich alle Reisenden an Bord als Hochrisikokontakte eingestuft. Während die WHO das allgemeine Risiko für die Bevölkerung als gering bewertet, gilt es für die Personen an Bord als moderat. Dem Ausbruch waren nach WHO-Angaben acht Menschen zum Opfer gefallen, sechs davon mit gesicherter Hantavirus-Diagnose. Drei der Erkrankten überlebten nicht. Bereits vor der Ankunft in Teneriffa wurden drei Personen evakuiert: eine symptomfreie deutsche Kontaktperson ins Universitätsklinikum Düsseldorf sowie zwei erkrankte Crewmitglieder, ein Brite und ein Niederländer.

Geordnete Rückführung

Die Passagiere wurden über den Industriehafen mit Beibooten an Land gebracht, anschließend in abgedichteten Fahrzeugen durch einen vollständig gesperrten Korridor geleitet und unmittelbar auf das Rollfeld zu den bereitstehenden Flugzeugen gebracht. Die Rückführung der Passagiere in ihre jeweiligen Heimatländer war für die darauffolgenden Stunden geplant. Den Anfang machten 14 spanische Staatsangehörige, die zum Flughafen Teneriffa Süd transportiert wurden, von wo aus eine Militärmaschine sie nach Madrid brachte. In der spanischen Hauptstadt sollen sie in einem Krankenhaus unter Quarantäne gestellt werden.

Das Schiff, das nach dem Abtransport der Passagiere nur noch von seiner 30-köpfigen Besatzung besetzt war, soll zur Desinfektion in die Niederlande überführt werden. Der Leichnam einer deutschen Staatsangehörigen, die während der Fahrt an Bord verstorben war, wird nicht auf Teneriffa an Land gebracht. Der spanische Innenminister bestätigte, dass die Heimreise aller europäischen Passagiere und Besatzungsmitglieder sichergestellt sei. Für Frankreich, Deutschland, Belgien, Irland und die Niederlande wurden eigens Sonderflüge organisiert.

Bedenken der Bevölkerung

In den Tagen vor der Ankunft des Schiffs hatte es in der Bevölkerung erhebliche Vorbehalte gegeben. Tedros Adhanom Ghebreyesus trat diesen Bedenken ausdrücklich entgegen: „Das ist nicht ein neues Covid.“ Die umfassenden Vorkehrungen für eine geordnete und sichere Rückführung der Passagiere wurden getroffen, um die Gesundheit der Inselbevölkerung zu schützen.

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KO KOSMO-Redaktion
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