Der Sommer 2026 könnte für ungebetene Gäste beim Grillen sorgen – und für manche wird die Begegnung zur echten Gefahr.
Heißes, trockenes Wetter begünstigt die Entwicklung von Wespen – und könnte in diesem Sommer für eine spürbar höhere Aktivität der Insekten sorgen. Wie stark die Population tatsächlich ausfällt, hängt allerdings vom weiteren Witterungsverlauf ab. Martin Lödl, Insektenexperte am Naturhistorischen Museum Wien, erklärte gegenüber dem ORF, dass günstige Frühlingsbedingungen den Tieren ermöglichen, kräftige Völker aufzubauen – was die Aktivität im Sommer entsprechend ankurbelt.
Ruhe bewahren
Wer von einer Wespe umschwirrt wird, sollte vor allem eines vermeiden: Panik. „Wenn einen eine Wespe umschwirrt, dann bitte nicht nervös werden. Sie schaut nur nach, ob es was Neues gibt. Leichte Abwehrbewegungen und sie wird wegfliegen“, rät Lödl.
Für rund 300.000 Menschen in Österreich ist die Begegnung mit einer Wespe oder Biene jedoch weit mehr als ein unangenehmes Erlebnis – sie kann lebensbedrohlich werden. Wer auf das Insektengift allergisch reagiert, sollte entsprechend vorsorgen. „Allergiker sollten auf jeden Fall ihre Notfallsets dabei haben“, betonte Lödl in Radio Wien.
Für alle anderen verläuft ein Stich zwar schmerzhaft, aber in aller Regel harmlos. Gunter Sturm, Leiter des Allergieambulatoriums Wien-Favoriten, erläuterte im ORF-Radio: „Wird ein normal empfindlicher Mensch von einer Biene oder Wespe gestochen, bildet sich durch die Wirkung des Giftes rund um die Stichstelle eine gerötete Schwellung, die mehr oder weniger stark schmerzt oder juckt. Das ist unangenehm, aber eine normale Reaktion auf die toxischen Bestandteile des Giftes. Die Schwellung klingt normalerweise innerhalb von 24 Stunden wieder ab.“
Honigbienen profitieren
Nicht nur Wespen profitieren von den aktuellen Bedingungen – auch Honigbienen zeigen sich in guter Verfassung. Die Winterverluste fielen laut Lödl aufgrund des milden Winters besonders niedrig aus, und die reichhaltige Pflanzenblüte versorgt die Völker derzeit mit ausreichend Nahrung. „Die Honigbienen sind ja Haustiere, keine Wildbienen. Denen geht es an sich gut, wenn das Wetter gut ist und wenn nicht gerade irgendeine Erkrankung der Stöcke vorhanden ist.“