107.677 Menschen, ein Jahrhundert alt – Japan bricht einen Rekord, der das Land vor gewaltige Herausforderungen stellt.
Japan hat erstmals seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 1963 die Marke von 100.000 Menschen überschritten, die das 100. Lebensjahr erreicht oder überschritten haben.
Laut einer am Dienstag veröffentlichten Erhebung des japanischen Gesundheitsministeriums leben derzeit 107.677 Menschen im Land, die mindestens ein Jahrhundert alt sind. Damit wird eine Schwelle überschritten, die seit Aufnahme der Datenerhebung vor mehr als sechs Jahrzehnten noch nie erreicht worden war.
Demografische Lage
Rund 90 Prozent dieser Hochbetagten sind Frauen. Mit einem Altersdurchschnitt von 49,9 Jahren zählt Japan zu den ältesten Gesellschaften der Welt – nur Monaco weist einen noch höheren Wert auf. Gleichzeitig sank die Geburtenrate im vergangenen Jahr erneut auf ein historisches Tief: 2024 verzeichnete Japan mit 686.061 Geburten erstmals seit 1899 weniger als 700.000 Neugeborene – ein Rückgang von rund 5,7 Prozent gegenüber 2023. Die Gesamtfruchtbarkeitsziffer lag bei 1,15 Kindern pro Frau (2023: 1,20), was die ohnehin angespannte demografische Lage des Landes weiter zuspitzt.
Der Arbeitskräftemangel verschärft sich, die Sozialausgaben steigen, während die Steuereinnahmen zurückgehen. Für Japan, die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt, stellt diese demografische Verschiebung eine der drängendsten strukturellen Herausforderungen der kommenden Jahre dar.