Ein Polizeieinsatz, ein toter Vater von sechs Kindern – und Bodycam-Aufnahmen, die nun neue Details zeigen.
Am 8. Dezember 2024 kam es in Ljubljana zu einem Polizeieinsatz mit tödlichem Ausgang. Der 37-jährige Armin Đutović erlitt während des Einsatzes einen Herzstillstand und eine schwere Hirnschädigung durch Sauerstoffmangel und starb drei Tage später, am 11. Dezember, im Universitätsklinikum Ljubljana. Sechs Polizisten müssen sich inzwischen vor Gericht verantworten: Einem Beamten wird die fahrlässige Verursachung seines Todes vorgeworfen, fünf weiteren wird unterlassene Hilfeleistung zur Last gelegt.
Würgegriff im Fokus
Im Mittelpunkt des Verfahrens steht ein Würgegriff, den einer der beteiligten Beamten angewendet haben soll. Laut den Ergebnissen des internen Polizeiberichts wurde der professionelle Griff unsachgemäß und unverhältnismäßig eingesetzt und auch nach dem Verlust des Bewusstseins weiter angewendet. Zudem soll Đutović nicht rechtzeitig in eine geeignete Position gebracht und wiederbelebt worden sein. Die Staatsanwaltschaft wirft dem hauptbeschuldigten Polizisten vor, durch den Griff und den Druck auf den Hals den Tod des 37-Jährigen verursacht zu haben. Auf den inzwischen veröffentlichten Bodycam-Aufnahmen ist zu hören, wie Đutović während des Einsatzes sagt: „Ich werde sterben, bitte, ich kann nicht atmen.“
Vorwürfe der Familie
Der Bruder des Verstorbenen, Adel Đutović, erhebt schwere Vorwürfe gegen die beteiligten Beamten. Gegenüber 24ur.com kritisierte er insbesondere den Umgang mit seinem Bruder während des Einsatzes. Die mittlerweile veröffentlichten Bodycam-Aufnahmen zeigen, dass Đutović nach dem Würgegriff mehrere Minuten reglos auf dem Boden lag, bevor mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen wurde. Vier der sechs angeklagten Polizisten haben die ihnen vorgeworfenen Taten bereits vor Gericht bestritten. Die beiden weiteren Beamten sollen sich in den kommenden Wochen vor Gericht verantworten.
Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen Anklage gegen alle sechs Polizisten erhoben. Einem Beamten wird vorgeworfen, den Tod Đutovićs aus Fahrlässigkeit verursacht zu haben, fünf weiteren wird unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen. Einer der beschuldigten Polizisten beantragte unterdessen, die Bodycam-Aufnahmen vom Einsatz aus dem Beweismaterial auszuschließen. Alle sechs Beamten sind weiterhin im Polizeidienst; über ihre strafrechtliche Verantwortung entscheidet das Gericht.
Das Strafverfahren gegen die sechs Polizisten läuft. Über die strafrechtliche Verantwortung der Beamten ist noch keine rechtskräftige Entscheidung gefallen.