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Enthüllungen

Je jünger, desto besser“: Polizeiprotokoll enthüllt Epsteins Abgründe

Je jünger, desto besser“: Polizeiprotokoll enthüllt Epsteins Abgründe
Mug shot von Jeffrey Epstein. 2013. FOTO: wikimedia/State of Florida/instagram/virginiarobertsrising11
3 Min. Lesezeit |

Neu veröffentlichte Ermittlungsdokumente geben tiefe Einblicke in das systematische Missbrauchsnetzwerk von Jeffrey Epstein. Besonders alarmierend ist die Aussage einer Zeugin in einem Polizeiprotokoll, wonach Epstein seine Opfer nach dem Grundsatz „je jünger, desto besser“ ausgesucht habe. Die Unterlagen bestätigen die jahrelangen Berichte von Betroffenen: Sowohl in seinem Anwesen in Florida als auch an verschiedenen anderen Orten soll Epstein regelmäßig sexuelle Übergriffe auf minderjährige Mädchen verübt haben.

Das Vernehmungsprotokoll EFTA00009586 dokumentiert detailliert Epsteins Vorgehensweise. Eine junge Frau berichtet darin, wie sie mit 16 Jahren erstmals auf Epstein traf. Zunächst erhielt sie das Angebot, gegen Bezahlung Massagen durchzuführen – was sie akzeptierte. Die Situation eskalierte jedoch: Später begann sie selbst, weitere junge Mädchen für Epstein anzuwerben.

Die meist minderjährigen Frauen sollten anfänglich bezahlte Massagen in seinem New Yorker Stadthaus oder seiner Villa auf den Amerikanischen Jungferninseln durchführen. In den Dokumenten findet sich kein einziger Hinweis darauf, dass Epstein jemals Altersüberprüfungen vornahm oder auf der Volljährigkeit seiner Opfer bestand. Auf die konkrete Nachfrage, ob Epstein jemals eine Altersprüfung verlangt habe, antwortete die Zeugin unmissverständlich: „Niemals.“

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Systematischer Missbrauch

Die Protokolle belegen zudem, dass Epstein sogar eine 23-Jährige als „zu alt“ abqualifizierte. Die Befragte gab zu Protokoll: „Es gab ein paar Mädchen, von denen er nicht begeistert war. Zum Beispiel fand er die 23-Jährige etwas zu alt.“ Ein Auszug aus dem Protokoll EFTA00009586. Das Transkript wurde im April 2007 erstellt und am Freitag mit Tausenden Dokumenten veröffentlicht.

Die Aussage „je jünger, desto besser“ unterstreicht seine Präferenzen deutlich. „Wir haben nie über das Alter gesprochen. Er hat mir nie gesagt, ich solle minderjährige Mädchen suchen, aber gleichzeitig hat er auch nie gesagt, ich solle darauf achten, dass sie über 18 sind.“ Diese verstörenden Einblicke zeigen nur ansatzweise die Dimension des Machtapparats, den Epstein für seinen systematischen Missbrauch aufgebaut hatte.

Die Dokumente machen unmissverständlich klar: In Epsteins Welt schien es keine Altersgrenzen nach unten zu geben. Die teilweise Offenlegung der Epstein-Akten stößt zunehmend auf Widerstand. Mindestens 16 Epstein-Dokumente sind inzwischen von der Website des US-Justizministeriums verschwunden.

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Opfer fordern Transparenz

Marina Lacerda, selbst eine Überlebende, fordert ein Ende der Schwärzungen: „Wen wollen wir eigentlich schützen? Die Überlebenden oder diese Elitemänner?“ Sie schildert, wie Epstein sie ab ihrem 14. Lebensjahr missbrauchte, und wirft den Justizbehörden vor, an Transparenz nicht interessiert zu sein. Das Ministerium lasse die Opfer im Stich.

Auch Sharlene Rochard bezeichnet die bisherigen Veröffentlichungen als „nicht ausreichend“. Epstein-Überlebende Sharlene Rochard bei einer Veranstaltung am 18. November 2025. Liz Stein, ein weiteres Opfer, das sich öffentlich äußert, geht in ihrer Kritik noch weiter: Im BBC-Radio beschuldigte sie das Ministerium, „offen gegen den Epstein Files Transparency Act“ zu verstoßen – jenes Gesetz, das die vollständige Veröffentlichung sämtlicher Akten vorschreibt.