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Beschäftigungslücke

Junge Migranten dreimal häufiger ohne Job oder Ausbildung

Junge Migranten dreimal häufiger ohne Job oder Ausbildung
Symbolbild Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Weder Job noch Ausbildung: Für viele Jugendliche mit Migrationshintergrund ist das bittere Realität – neue Zahlen zeigen das ganze Ausmaß.

Eine neue Untersuchung macht auf eine deutliche Beschäftigungslücke bei jungen Menschen mit Migrationshintergrund in Österreich aufmerksam – mit besonders markanten Zahlen für jene, die selbst eingewandert sind.

Das Institut für Höhere Studien hat im Auftrag des Österreichischen Integrationsfonds eine Studie vorgelegt, die auf Basis quantitativer Daten aus dem Jahr 2022 sowie ergänzender qualitativer Interviews entstanden ist. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie stark Jugendliche mit Migrationsgeschichte vom Arbeitsmarkt und Bildungssystem ausgeschlossen sind. IHS-Forscher Hermann Kuschej verweist dabei auf die Vielschichtigkeit der Befunde.

Markante NEET-Zahlen

Der sogenannte NEET-Status – also die Situation, weder in Beschäftigung noch in Ausbildung oder einem Qualifizierungsprogramm zu sein – betrifft 27,3 Prozent der Jugendlichen der ersten Migrationsgeneration. Das entspricht einem mehr als dreifach höheren Anteil im Vergleich zu Gleichaltrigen ohne Migrationshintergrund. Bei der zweiten Generation liegt der Wert mit 13,3 Prozent zwar deutlich niedriger, bleibt aber nach wie vor erhöht.

Wie Daten der Statistik Austria zeigen, gibt es dabei erhebliche Unterschiede je nach Herkunftsland: Während der NEET-Anteil bei in Deutschland geborenen Jugendlichen 16,3 Prozent beträgt, erreicht er bei jungen Menschen aus Afghanistan und Syrien 33 Prozent. Besonders ausgeprägt ist die Betroffenheit bei jungen Frauen türkischer Herkunft, von denen 33,2 Prozent als NEET gelten – gegenüber 21,5 Prozent bei den jungen Männern derselben Gruppe.

Frühzeitige Integration

Cornelia Marks vom Österreichischen Integrationsfonds zieht aus den Ergebnissen klare Schlussfolgerungen für die Integrationspolitik. Jugendliche müssten „möglichst frühzeitig“ erreicht werden, um ihnen den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Dazu brauche es praxisnahe Einblicke in Berufsfelder sowie, wie Marks betont, „sichtbare Vorbilder für den Einstieg in den Arbeitsmarkt“.

Deutschkenntnisse sollen dabei nicht als Voraussetzung, sondern begleitend zur Beschäftigung aufgebaut werden. Der ÖIF setzt bereits auf österreichweite Karriereplattformen und berufsbegleitende Sprachkurse – Maßnahmen, die nach Einschätzung des Fonds vor allem für Jugendliche aus der Diaspora, insbesondere aus Südosteuropa, eine wichtige Brückenfunktion übernehmen könnten.

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KO KOSMO-Redaktion
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