Mehr als 7.000 Außerlandesbringungen im ersten Halbjahr – rund zehn verurteilte Straftäter täglich.
Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Österreich mehr als 7.000 Personen außer Landes gebracht. Das entspricht durchschnittlich rund 40 Personen pro Tag. Etwa zehn davon waren laut Innenministerium strafrechtlich verurteilt.
Die vom Ministerium ebenfalls genannte Straftäterquote von rund 50 Prozent bezieht sich offenbar nicht auf alle 7.000 Fälle, sondern nur auf die zwangsweise durchgeführten Abschiebungen. Bezogen auf sämtliche Außerlandesbringungen liegt der Anteil verurteilter Straftäter rechnerisch bei etwa 25 Prozent.
Innenminister Gerhard Karner betonte, Abschiebungen seien schwere und herausfordernde Polizeiarbeit. Ein algerischer Staatsbürger, über den zuletzt mehrfach berichtet worden war, wurde am 2. August 2026 nach Algerien abgeschoben.
Rund 400 schwierige Einsätze
Bei rund 400 Fällen handelte es sich laut Innenministerium um sogenannte Problemabschiebungen. Dabei wird mit Widerstand oder unkooperativem Verhalten gerechnet.
Für solche Einsätze stehen rund 250 speziell ausgebildete Polizistinnen und Polizisten bereit. Teilweise werden auch Beamte des Einsatzkommandos Cobra eingesetzt.
Weniger Anträge aus Algerien
Im ersten Halbjahr 2026 stellten algerische Staatsangehörige laut Innenministerium rund 50 Anträge auf internationalen Schutz.
Zum Vergleich: Im Jahr 2025 wurden insgesamt 14.156 Außerlandesbringungen registriert. Davon erfolgten 7.355 freiwillig und 6.801 zwangsweise.