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Wasserkrise

Donau-Rekordtief enthüllt versenkte deutsche Kriegsschiffe in Serbien

Donau-Rekordtief enthüllt versenkte deutsche Kriegsschiffe in Serbien
Foto: Screenshot X
3 Min. Lesezeit |

Die Donau zieht sich zurück – und legt dabei Relikte frei, die seit 1944 auf dem Flussgrund schlummern.

Der sinkende Wasserstand der Donau hat in der Nähe der serbischen Stadt Prahovo versenkten deutschen Kriegsschiffen aus dem Zweiten Weltkrieg ein unfreiwilliges Comeback beschert. Die Wracks liegen seit Jahrzehnten auf dem Flussgrund und behindern den Schiffsverkehr auf der wichtigen Wasserstraße. Laut der Europäischen Investitionsbank entstehen der serbischen Wirtschaft dadurch jährliche Verluste von rund fünf Millionen Euro.

Ein von der Europäischen Union und der Europäischen Investitionsbank unterstütztes Projekt sieht vor, insgesamt 21 besonders störende Wracks der bei Prahovo versenkten deutschen Kriegsschiffe aus der Donau zu bergen. Die Gesamtkosten des Bergungsprojekts werden auf rund 30 Millionen Euro geschätzt.

Der Ursprung dieser Unterwasserhindernisse reicht ins Jahr 1944 zurück. Die Wehrmacht befand sich damals auf dem Rückzug vor den vorrückenden sowjetischen Truppen. Auf Befehl eines Admirals ließen Hitlers Soldaten die Schiffe absichtlich in der Donau sinken, um einsatzfähiges Kriegsmaterial nicht in Feindeshand fallen zu lassen und gleichzeitig den Vormarsch der Roten Armee flussaufwärts zu blockieren.

Die anhaltende Hitzewelle über weiten Teilen Europas hat den Fluss nun so weit zurückweichen lassen, dass die Überreste dieser Versenkungsaktion im Osten Serbiens, unweit von Prahovo, wieder an die Oberfläche getreten sind. Die einst verborgenen Schiffsrümpfe sind heute mit bloßem Auge zu erkennen. Selbst bei normalen Wasserständen stellen die Wracks für die Binnenschifffahrt ein ernstes Hindernis dar.

Krise in Nordserbien

In Nordserbien hat der historisch niedrige Pegelstand eine tiefgreifende Krise des regionalen Wasserhaushalts ausgelöst. Besonders betroffen ist das Donau-Theiß-Donau-Kanalsystem, das für die Wasserversorgung der Region und die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen unverzichtbar ist und aktuell vom Austrocknen bedroht wird. In mehreren Städten der Vojvodina – darunter Sombor, Kula und Vrbas – wurde in den vergangenen Tagen der Ausnahmezustand ausgerufen.

Die Provinzregierung stellte 270 Millionen Dinar, umgerechnet rund 2,3 Millionen Euro, für dringende Gegenmaßnahmen zur Verfügung. Trotz der aus dem Wasser ragenden Schiffsteile zieht es viele Einheimische weiterhin zum Baden in die Donau. Für Kreuzfahrtschiffe hingegen ist der Fluss derzeit kaum noch befahrbar – Vladimir Batalovic vom serbischen Verkehrsministerium zufolge gibt es aufgrund des niedrigen Pegels so gut wie keine Kreuzfahrten mehr.

Warnung vor Fischverzehr

Serbische Agrarexperten rechnen mit erheblichen Ernteschäden, die sich vor allem im Maisanbau bemerkbar machen dürften. Konkrete Zahlen zum Schadensausmaß liegen bislang jedoch nicht vor. Das Institut für Öffentliche Gesundheit warnte angesichts des niedrigen Wasserstands vor einer erhöhten Schadstoffkonzentration im Fluss und empfahl, vorerst auf den Verzehr von Donaufischen zu verzichten.

Am Montag wurde in Bezdan, nahe der ungarischen und kroatischen Grenze, ein Pegelstand von minus 163 Zentimetern unter dem Nullpunkt gemessen – der tiefste Wert seit 1909.

Damals war mit minus 143 Zentimetern ein bis dato unerreichter Tiefstand verzeichnet worden.

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KO KOSMO-Redaktion
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