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Hitzewelle

Niedriger Donau-Pegel: Autohersteller müssen Werke schließen

Niedriger Donau-Pegel: Autohersteller müssen Werke schließen
FOTO: iStock/gopixa
3 Min. Lesezeit |

Hitze, Dürre, sinkende Pegel: Die Donau versetzt gleich mehrere Länder in den Ausnahmezustand – mit Folgen für Millionen Menschen.

Angesichts eines drohenden Stromengpasses haben die Automobilhersteller Dacia und Ford ihre Werke in Rumänien vorübergehend geschlossen. Ministerpräsident Ilie Bolojan zufolge soll die Produktion bis zum 19. August ruhen. Zuvor hatte die Regierung sowohl Unternehmen als auch die Bevölkerung dazu aufgerufen, ihren Energieverbrauch auf freiwilliger Basis zu senken.

Bereits am Montag sei der nationale Strombedarf infolge des Produktionsstopps der beiden Hersteller um 200 Megawatt zurückgegangen, so Bolojan. Weitere Betriebe hätten sich dem Schritt angeschlossen und ihren Verbrauch ebenfalls reduziert.

Ursache der Krise

Ausgelöst wurde die Versorgungskrise durch eine Kombination aus anhaltender Hitze und Dürre, die den Wasserstand der Donau auf ein kritisches Niveau sinken ließ. Der staatliche Energiekonzern Nuclearelectrica sah sich gezwungen, einen der beiden Reaktoren seines Atomkraftwerks vom Netz zu nehmen, da das Kühlwasser aus der Donau nicht mehr in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Unter normalen Bedingungen deckt Nuclearelectrica etwa ein Fünftel des rumänischen Strombedarfs ab.

Derzeit müsse das Land täglich zwischen 2.000 und 2.500 Megawatt importieren, erklärte Regierungschef Bolojan – die Importkapazitäten seien jedoch begrenzt. Er appellierte deshalb an Unternehmen, Privathaushalte und staatliche Stellen, den Verbrauch freiwillig zu drosseln.

Nachbarländer betroffen

Auch die Nachbarländer Ungarn und Serbien stehen unter Druck. In Ungarn bestand zeitweise die Befürchtung, das einzige Atomkraftwerk des Landes in Paks könnte vollständig abgeschaltet werden müssen. Am Abend wurde jedoch bekannt, dass der Betrieb vorerst aufrechterhalten werden kann.

Ingenieuren sei es gelungen, den Bedarf an Kühlwasser zu senken, sagte Premier Peter Magyar. Das Kraftwerk Paks arbeitet allerdings nicht auf Normalniveau. Der Ausfall soll durch den Einsatz sämtlicher ungarischer Reservekraftwerke sowie durch Stromimporte ausgeglichen werden. Der slowakische Regierungschef Robert Fico hatte bereits am Sonntag Soforthilfe in Form von Stromlieferungen angeboten.

In Serbien treffen die extrem niedrigen Pegelstände der Donau vor allem die Stromerzeugung und den Schiffsverkehr. Kreuzfahrten sind de facto eingestellt, Frachtschiffe können nur noch etwa ein Viertel ihrer Ladekapazität nutzen. Die Donau-Kraftwerke Djerdap 1 und Djerdap 2 erzeugen rund ein Drittel weniger Strom als üblich.

Die Versorgungssicherheit sei laut offiziellen Angaben dennoch gewährleistet. Energieministerin Dubravka Djedovic Handanovic betonte, die außerordentliche Lage müsse genau beobachtet werden, und rief die Bevölkerung zu Stromsparmaßnahmen auf.

Das Institut für Öffentliche Gesundheit warnte wegen des niedrigen Wasserstands vor einer erhöhten Schadstoffbelastung des Flusses und empfahl, auf den Verzehr von Donaufischen zu verzichten, solange der Pegel auf diesem Niveau verbleibt.

In Nordserbien wurden Notmaßnahmen eingeleitet, nachdem ein bedeutendes Kanalsystem von der Austrocknung bedroht ist.

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KO KOSMO-Redaktion
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