Kein Kassenbon, kein Kassentresen – MediaMarkt plant den Einkauf der Zukunft. Doch nicht alle sind begeistert.
Wer künftig in einer MediaMarkt-Filiale einkauft, könnte den Bezahlvorgang direkt beim Verkaufspersonal abschließen – noch während des Beratungsgesprächs. Wie die deutsche Tageszeitung BILD berichtet, arbeitet der Elektronikhändler an einem Modell, das Warteschlangen an der Kasse überflüssig machen und den gesamten Einkaufsprozess beschleunigen soll.
Der Mutterkonzern Ceconomy, unter dessen Dach sowohl MediaMarkt als auch Saturn vereint sind, plant die Einführung des sogenannten „Pay-on-Shopfloor“-Modells nach eigenen Angaben „zeitnah“. Konkrete Angaben zum Startzeitpunkt, zu den betroffenen Filialen sowie zu den verfügbaren Zahlungsmethoden stehen laut dem Bericht jedoch noch aus. Offen bleibt auch, ob das Konzept auf Saturn ausgeweitet wird.
Kritik & Digitalisierung
Das Vorhaben ruft allerdings auch Kritiker auf den Plan. Bemängelt wird vor allem, dass der Bezahlvorgang nicht mehr anonym an einer herkömmlichen Kasse stattfindet, sondern über einen Mitarbeiter abgewickelt wird – was nach Ansicht mancher einen indirekten Kaufdruck erzeugen könnte. Zusätzlich wird die Befürchtung geäußert, dass Kunden aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit von Verkaufspersonal längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, wie BILD weiter berichtet.
Parallel zum neuen Bezahlkonzept treibt Ceconomy auch die Digitalisierung seines Serviceangebots voran. In ausgewählten Tech Villages soll eine Videoberatung erprobt werden, bei der Mitarbeiter Kunden sowohl vor Ort als auch auf digitalem Weg unterstützen können.
Darüber hinaus testet das Unternehmen laut BILD zwei KI-gestützte Anwendungen: eine, die auf den mobilen Endgeräten der Verkäufer Verkaufsgespräche begleiten soll, sowie einen KI-Agenten, der – nach ausdrücklicher Zustimmung der Kunden – aktiv Hilfestellung anbieten kann. Auch der geplante digitale Kassenbon, der etwa per E-Mail zugestellt werden soll, stößt bei einem Teil der Kundschaft auf Vorbehalte – insbesondere mit Blick auf den Datenschutz.
Saturns Neuausrichtung
Gleichzeitig nimmt Ceconomy eine strategische Neupositionierung der Marke Saturn vor. Künftig soll Saturn als Showroom-Konzept innerhalb von MediaMarkt-Filialen sowie an einzelnen Standorten mit Fokus auf Gaming und aktuelle Technologietrends präsent sein, wie aus dem Bericht hervorgeht.
Die Zahl selbständiger Saturn-Filialen ist dabei bereits deutlich zurückgegangen – von ehemals 150 auf nunmehr 27 Standorte. Ceconomy zufolge hat die Umwandlung bisheriger Saturn-Filialen in MediaMarkt-Standorte zu einem Umsatzanstieg von zehn Prozent geführt.
Die ersten Saturn-Showrooms sollen im Jahr 2027 in Deutschland ihre Türen öffnen.