Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Clankriminalität

Figlmüller-Mord: Mutmaßlicher Schütze soll jetzt in Österreich sitzen

Figlmüller-Mord: Mutmaßlicher Schütze soll jetzt in Österreich sitzen
(FOTO: EPA / ALEX HALADA)
2 Min. Lesezeit |

Fast acht Jahre gesucht, eine geplante Gesichtsoperation – doch in Rimini kamen ihm die Fahnder zuvor.

Mehr als sieben Jahre nach den tödlichen Schüssen in der Wiener Innenstadt sitzt der mutmaßliche Täter laut aktuellen Medienberichten mittlerweile in einem österreichischen Gefängnis. Eine offizielle Bestätigung der Auslieferung aus Italien gibt es von den österreichischen Sicherheitsbehörden bislang allerdings nicht.

Der montenegrinische Tatverdächtige war bereits am 11. Mai 2026 in Rimini festgenommen worden. Laut Bundeskriminalamt soll er am 21. Dezember 2018 gemeinsam mit Mittätern an der Ecke Lugeck/Wollzeile in der Wiener Innenstadt mehrere Schüsse abgegeben haben. Ein damals 32-jähriger Montenegriner wurde getötet, sein 23-jähriger Begleiter lebensgefährlich verletzt. Das Todesopfer wurde laut Ermittlern dem Kavač-Clan zugerechnet, der Verdächtige selbst dem rivalisierenden Škaljari-Clan.

Festnahme in Rimini

Österreichische Zielfahnder lokalisierten den Gesuchten nach jahrelangen internationalen Ermittlungen in Rimini, wo ihn italienische Spezialeinheiten festnahmen. Laut aktuellen Medienberichten soll er dort eine Gesichtsoperation geplant haben, um sein Erscheinungsbild zu verändern. Noch bevor es dazu kam, wurde er festgenommen. Beim Zugriff sollen Bargeld, ein Reisepass und sechs Mobiltelefone sichergestellt worden sein.

Nach Angaben österreichischer Medien war der Tatverdächtige in Montenegro bereits in Abwesenheit wegen eines anderen Tötungsdelikts zu 40 Jahren Haft verurteilt worden.

Kavac-Clan im Visier

Im Zusammenhang mit dem Kavač-Clan fahndet Österreich auch nach dessen mutmaßlichem führenden Mitglied Radoje Zvicer. Gegen ihn besteht seit Februar 2024 ein österreichischer Haftbefehl; seit November 2024 wird er auch öffentlich über die „Most Wanted“-Liste gesucht. Die österreichischen Behörden verdächtigen ihn, große Mengen hochreinen Kokains nach Österreich gebracht und über seine Organisation weitervertrieben zu haben.

Parallel dazu berichten österreichische Medien über einen weiteren Schlag gegen das Umfeld des Kavač-Clans. Bei Durchsuchungen von Villen und Garagen in der Schweiz sollen mehrere Zvicer beziehungsweise seiner Ehefrau zugerechnete Luxusfahrzeuge im Gesamtwert von rund 1,5 Millionen Euro beschlagnahmt worden sein. Darunter soll sich auch ein gepanzerter Mercedes G 500 befinden.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen