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Isolationsprozess

Kind ohne Schule und Freunde: Familie isolierte Mädchen jahrelang

Kind ohne Schule und Freunde: Familie isolierte Mädchen jahrelang
Foto: iStock
1 Min. Lesezeit |

In Siegen (Nordrhein-Westfalen) hat der Prozess gegen eine 49-jährige Frau begonnen, die beschuldigt wird, ihre Tochter nahezu deren gesamtes Leben in einem Wohnhaus im Sauerland verborgen gehalten zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft der Mutter mehrere schwerwiegende Delikte vor: Entziehung Minderjähriger, Freiheitsberaubung, Misshandlung von Schutzbefohlenen, Körperverletzung sowie Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflichten.

Das damals achtjährige Mädchen wurde 2022 von Polizeibeamten aus dem Einfamilienhaus der Großeltern befreit.

Der Vorfall in Nordrhein-Westfalen sorgte bundesweit für Bestürzung. Laut Anklageschrift wurde dem Kind seit 2015 jegliche normale Lebensführung verwehrt – kein Kindergartenbesuch, keine Schule und keinerlei soziale Kontakte zu anderen Menschen. Die vollständige Isolation soll bei dem inzwischen zwölfjährigen Mädchen zu erheblichen Entwicklungsverzögerungen geführt haben.

Weitere Angeklagte

Neben der Mutter muss sich auch die 80-jährige Großmutter des Kindes vor dem Landgericht Siegen verantworten. Ihr wird Beihilfe zu den Taten ihrer Tochter vorgeworfen. Der ebenfalls angeklagte 83-jährige Großvater erschien nicht zur Verhandlung.

Sein Rechtsbeistand erklärte, der Mann sei erst am Vortag aus stationärer Krankenhausbehandlung entlassen worden.

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KO KOSMO-Redaktion
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