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Prozess

Kinder als Taschendiebe: Clan „verdiente“ 25.000 Euro täglich in Disneyland

Kinder als Taschendiebe: Clan „verdiente“ 25.000 Euro täglich in Disneyland
FOTO: EPA
2 Min. Lesezeit |

Disneyland Paris – Ort der Träume und, wie ein Urteil nun zeigt, Schauplatz eines organisierten Verbrechens mit Kindern als Werkzeug.

Ein Pariser Gericht hat sieben Angehörige des Hamidovic-Clans aus Bosnien wegen Diebstahl und Menschenhandel zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Die Gruppe hatte Kinder systematisch eingesetzt, um im Freizeitpark Disneyland Paris täglich bis zu 25.000 Euro zu stehlen. Der Kopf der Gruppe, Roberto H., wurde zu acht Jahren Haft verurteilt und muss zusätzlich eine Geldstrafe von 500.000 Euro entrichten.

Seine Ehefrau Lejla erhielt eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren sowie eine Geldbuße in Höhe von 300.000 Euro. Die volljährigen Söhne des Paares wurden zu Haftstrafen zwischen fünf und sieben Jahren verurteilt.

Kinder als Werkzeug

Kinder und junge Frauen wurden von der Gruppe unter Androhung von Gewalt zur Begehung von Straftaten gezwungen. Die kriminellen Aktivitäten beschränkten sich dabei nicht allein auf den Freizeitpark: Auch die Pariser Metro sowie der Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle dienten als Tatörtlichkeiten. Besonders während Paraden und Showveranstaltungen nutzten die Täter die Ablenkung der Besucher aus, wobei sie sich gezielt auf ausländische Touristen – vor allem aus Deutschland – konzentrierten.

Opfer wurden Täter

Die französische Staatsanwaltschaft hob im Prozess hervor, dass die Verantwortlichen die Minderjährigen bewusst eingesetzt hatten, um sich selbst vor Strafverfolgung zu schützen. Einige der betroffenen Kinder wurden inzwischen in Pflegefamilien untergebracht. Die Anklagebehörde betonte zudem, dass jene, die als Täter aufgetreten waren, selbst als Kinder zur Kriminalität gezwungen worden waren – aus Opfern wurden so Täter.

Die Angeklagten wiesen die Vorwürfe zurück, das Gericht folgte jedoch der Argumentation der Anklage.

Ergänzend zu den Haftstrafen wurde gegen alle Verurteilten ein dauerhaftes Einreiseverbot nach Frankreich verhängt.

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KO KOSMO-Redaktion
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