E-Scooter rollen durch Österreichs Straßen – doch viele davon sind schlicht illegal. Der ÖAMTC zieht jetzt die Reißleine.
Der ÖAMTC schlägt Alarm: Zahlreiche E-Scooter, die in Österreich im Handel erhältlich sind, überschreiten die gesetzlich festgelegten Grenzwerte – und der Automobilclub fordert deshalb verbindliche Altersbeschränkungen für die Nutzung dieser Fahrzeuge.
Österreichisches Recht schreibt vor, dass E-Scooter eine Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h sowie eine maximale Motorleistung von 600 Watt nicht überschreiten dürfen. Dennoch erfüllen viele der im Handel angebotenen Geräte diese Anforderungen nicht. Der ÖAMTC spricht sich daher für die Einführung eines Mindestalters aus, das bei 14 Jahren liegen soll, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu verbessern.
Steigende Unfallzahlen
Seit E-Scooter auf Österreichs Straßen Einzug gehalten haben, steigen die Unfallzahlen kontinuierlich an. Allein in Niederösterreich wurden im vergangenen Jahr 516 Verletzungsfälle im Zusammenhang mit E-Scootern registriert. ÖAMTC-Chefjurist Martin Hoffer macht deutlich, dass die Ursache häufig in der technischen Auslegung der Geräte liegt: „Gerade an den schweren Unfällen in der letzten Zeit, dass viele dieser E-Tretroller die gesetzlichen Grenzwerte absolut nicht einhalten.“ Seit Mai gilt zwar eine Helmpflicht für Jugendliche, doch der ÖAMTC sieht darin noch keinen ausreichenden Schutz.
Das Problem beschränkt sich dabei nicht auf illegal umgebaute Geräte. Auch handelsübliche Modelle entsprechen vielfach nicht den österreichischen Vorschriften. Hoffer bringt es auf den Punkt: „Es ist also gar nicht möglich, einen gesetzeskonformen E-Roller zu haben.“ Der ÖAMTC setzt deshalb nicht nur auf gesetzliche Regelungen, sondern auch auf gezielte Aufklärungsarbeit – insbesondere bei Eltern und in Schulen.
Konkrete Maßnahmen
Als konkrete Schritte empfiehlt der ÖAMTC neben dem Mindestalter die Einführung einer allgemeinen Helmpflicht für alle E-Scooter-Nutzer. Gleichzeitig appelliert der Verband an das Verantwortungsbewusstsein der Fahrenden selbst.
Mit einem Bündel solcher Maßnahmen soll die Unfallhäufigkeit gesenkt und die Einhaltung der geltenden Geschwindigkeits- und Leistungsvorgaben künftig besser sichergestellt werden.