Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Verkehrsberuhigung

Kinder schützen: Wien will Durchzugsverkehr vor Schulen stoppen

Kinder schützen: Wien will Durchzugsverkehr vor Schulen stoppen
Symbolbild Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Pflanzentröge statt Pendlerstau: Zwei Schulumgebungen im 16. Bezirk stehen auf dem Prüfstand und mit ihnen ein neues Konzept für Wohnstraßen.

Wien-Ottakring lotet aus, ob ein „Low-Traffic-Grätzl“ den Durchzugsverkehr in Wohngebieten eindämmen kann. Im Mittelpunkt stehen die Umgebungen zweier Volksschulen. Ob und an welchem Ort tatsächlich etwas umgesetzt wird, entscheiden erst verkehrliche Prüfungen.

Derzeit werden die Zonen rund um die Volksschule Brüßlgasse und die Volksschule Herbststraße untersucht. Auch weitere Standorte im 16. Bezirk sind bereits bewertet worden. Einen größeren Umbau sieht man dabei nicht vor.

Offene Standortfrage

Bevor es zu Sperren oder Umleitungen kommt, wird analysiert, wie sich solche Eingriffe auf den Verkehrsfluss auswirken würden. Verhindert werden sollen vor allem Verlagerungen in die Nachbarstraßen und neue Sackgassen.

Welche Straßen in Wien-Ottakring am Ende in Frage kommen, steht noch nicht fest; geprüft werden auch Orte, an denen ohnehin Bauarbeiten anstehen. Dazu sagt Bezirksvorsteherin Stefanie Lamp (SPÖ): „Wir werden sehen, was die Prüfung ergibt. Wenn der eine Standort nicht geht, kann es wirklich sein, dass sich auch andere Standorte auftun.“

Günstige Maßnahmen

Anstelle teurer Umbauten sind günstige, befristete Schritte im Gespräch: Pflanzentröge, Sitzgelegenheiten, künstlerische Gestaltungen gemeinsam mit Schulkindern oder zeitlich begrenzte Sperren für den Durchzugsverkehr. Erste Tests ließen sich mit wenigen Tausend Euro bewerkstelligen.

Für Lamp sind Low-Traffic-Grätzl „eine Möglichkeit oder ein Instrument, wie man mit ganz, ganz geringen budgetären, aber auch partizipativen Mitteln schauen kann, ob Orte teilweise auch temporär für ein bisschen eine Beruhigung geeignet sind“.

Dass es auch anderswo in Wien Bewegung gibt, zeigt Wien-Meidling: Rund um die Wolfganggasse entsteht dort bereits das erste Low-Traffic-Grätzl der Stadt. Bis Jahresende sollen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung umgesetzt werden, darunter eine Fußgängerzone.

Interesse an ähnlichen Projekten haben außerdem Wien-Mariahilf, Wien-Alsergrund und Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus bekundet.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen