Klimaerwärmung: Wien europaweit am stärksten betroffen

NEGATIVBEISPIEL

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Klimaerwärmung: Wien europaweit am stärksten betroffen

Klimaerwärmung: Wien
FOTO: EM80 / Pixabay

Europäische Klimaforscher untersuchten die Hauptstädte aller 28 EU-Mitgliedsstaaten und der Schweiz. Laut dieser Studie zählt Wien zu jenen Städten Europas, die am meisten von der Klimaerwärmung betroffen sind. Experten warnen!

Der Stadtklimatologe Simon Tschannett kritisiert die Gesamtstrategie im Umgang mit der Klimakrise. Tschannett ist Mitbegründer von „Weather Park“, einer Firma, die für Wien, Graz und Linz in Klimafragen beratend tätig ist. Laut dem Experten bedarf es zunächst einmal einer Stadtklimaanalyse: „Da geht es zum Beispiel um das Erkennen von Frischluftschneisen – wo kommt also frische kühle Luft in die Stadt hinein, in Wien zum Beispiel durch den Wienerwald, in Linz durch die Haselgraben“, sagte er dem ORF.

Bei Schönbrunn finde man ein konkretes Negativbeispiel. Mitten in der Frischluftschneise aus dem Wienerwald wird derzeit eine riesige Parkfläche mit Asphalt versiegelt. „Die Fläche wird sich unter Tags aufheizen und in der Nacht dann die frische, und hoffentlich kühle Luft erwärmen, die gerade auf ihrem Weg in die Stadt hinein ist und eigentlich für Abkühlung sorgen sollte“, erklärte Tschannett.

Mehr Hitzewellen in Wien, Stadt braucht mehr Schatten
Derzeit gibt es eine Hitzewelle in Wien. An rund 30 Tagen steigen die Temperaturen über 30 Grad Celsius – und zwar jedes Jahr! Im 20. Jahrhundert kam es nur einmal im Jahrzehnt zu einer Hitzewelle. Die Stadt Wien plant viele Einzelmaßnahmen: 10.000 neue Bäume bis 2025 zu pflanzen, Überdachungen an überhitzten Straßenkreuzungen, usw.

Der Schwarzenbergplatz ist einer der heißesten Orte in Wien, weil sich dort Hitzeinseln bilden wegen versiegelten Flächen. Forscher fordern mehr Schatten, viele Bänke und Wasseranlagen: „In Wien macht man das noch viel zu selten. Unserer Meinung nach ist es sehr wichtig, dass man sich im Innenraum wohlfühlen kann, dass es Rückzugsmöglichkeiten gibt, wo man es angenehm hat.“ Generell brauche die Stadt weniger Asphalt und versiegelte Flächen.

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