Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Betrugsmasche

Köfte-Gruppe“ vor Gericht: Falsche Polizisten ergaunerten 570.000 Euro

Köfte-Gruppe“ vor Gericht: Falsche Polizisten ergaunerten 570.000 Euro
FOTO: EPA/MAX SLOVENCIK
2 Min. Lesezeit |

Vier Männer stehen heute vor dem Wiener Landesgericht, weil sie sich als Polizeibeamte ausgegeben und dadurch einen Schaden von mehr als 570.000 Euro verursacht haben sollen. Die Angeklagten – ein österreichischer Staatsbürger und drei türkischstämmige Männer – werden beschuldigt, Bargeld und Wertgegenstände in dieser Höhe entwendet und in die Türkei transferiert zu haben.

Die Beschuldigten, die der sogenannten „Köfte-Gruppe“ (benannt nach einem türkischen Fleischgericht) angehören, hatten es vorwiegend auf ältere Menschen abgesehen. Durch gezielte Täuschungsmanöver brachten sie ihre Opfer dazu, ihnen Vermögenswerte auszuhändigen. Dabei täuschten sie vor, Polizisten zu sein, die angeblich Einbruchsdiebstähle in Wien und Niederösterreich verhindern wollten.

Perfide Masche

In einem dokumentierten Fall wurde eine Pensionistin um 40.000 Euro gebracht. Die Täter hatten ihr weisgemacht, dass Mitarbeiter der Raiffeisenbank in Tulln mit der rumänischen Mafia zusammenarbeiten würden. Mit dieser erfundenen Geschichte überzeugten sie die Frau, ihr Geld „in Sicherheit zu bringen“.

Der für einen Tag angesetzte Prozess befasst sich mit einem Fall, der über die Landesgrenzen hinausgeht. Die „Köfte-Gruppe“ wird als Teil eines internationalen Betrugsnetzwerks eingestuft. Einige Mitglieder wurden bereits verurteilt, während gegen weitere Personen noch ermittelt wird.

Internationales Netzwerk mit Hintermännern in der Türkei

Laut Gerichtsunterlagen fungierten die Angeklagten als unterste Ebene einer international agierenden Organisation. Die eigentlichen Drahtzieher sitzen in der Türkei und koordinieren von dort aus die betrügerischen Anrufe bei den Opfern. Die in Österreich tätigen „Abholer“ übernahmen den riskanteren Teil der Operation – das direkte Abholen der Beute – während die Hintermänner aus sicherer Entfernung agierten.

Die Tätergruppe operierte mit gefälschten Polizeiausweisen und ausgeklügelten Geschichten, um ihre meist älteren Opfer zu täuschen. Der Gesamtschaden geht weit über den im Prozess verhandelten Fall hinaus: Insgesamt sollen durch ähnliche Betrugsfälle Bargeld, Gold und Schmuck im Wert von über 300.000 Euro erbeutet worden sein. Einzelne Opfer verloren dabei bis zu zwei Kilogramm Gold und hohe Bargeldbeträge.

📍 Ort des Geschehens

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen