Ein angeschlagener Führer, Gerüchte über sein Schicksal und eine Botschaft des Widerstands – Irans Machtzentrum versucht trotz Chaos und Krieg Stärke zu demonstrieren.
Während im Iran Gerüchte über den Gesundheitszustand des neuen religiösen Führers kursieren, hat das Regime eine klare Botschaft nach außen gesendet. Trotz Berichten, Mojtaba Khamenei liege nach einem Angriff im Koma und habe ein Bein verloren, wurde eine Erklärung des Obersten Führers veröffentlicht. Die Botschaft richtet sich sowohl an die eigene Bevölkerung als auch an die Gegner des Landes – der Iran werde den Krieg fortsetzen und nicht kapitulieren.
Der Konflikt im Nahen Osten sorgt weiterhin für massive Turbulenzen auf den internationalen Märkten. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist infolge der militärischen Eskalation nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. Die rund 55 Kilometer breite Meeresenge zwischen dem Iran und Oman zählt zu den bedeutendsten Schifffahrtskorridoren für den globalen Ölexport. Etwa 20 Prozent des weltweit verschifften Öls passieren die Straße von Hormus.
Nach Angaben von US-Energieminister Chris Wright seien die Vereinigten Staaten derzeit nicht in der Lage, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren. Sämtliche militärischen Kapazitäten würden aktuell auf Operationen gegen iranische Einrichtungen konzentriert. Donald Trump erklärte erneut öffentlich, dass ein Ende des Krieges näher rücke. Die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran hat die Ölpreise jedoch bereits massiv steigen lassen. Nach Angaben der Lloyd’s Markets Association sitzen derzeit rund 1.000 Containerschiffe, Öl- und Gastanker im Persischen Golf und in den umliegenden Gewässern fest.
Botschaft des neuen Mullah-Führers
Obwohl über seinen Gesundheitszustand widersprüchliche Informationen kursieren, wurde eine Botschaft des neuen iranischen Religionsführers Mojtaba Khamenei veröffentlicht. In der Erklärung ruft er das Land zum Widerstand gegen die USA und Israel auf und spricht von einem „Kampf um die Zukunft der islamischen Republik“. Die Botschaft stellt klar, dass Teheran trotz der militärischen Verluste weiterhin Vergeltung für die Opfer des Krieges fordert.
Besonders verwiesen wurde dabei auf den Angriff am ersten Kriegstag Ende Februar. Nach iranischen Angaben waren in der südlichen Stadt Minab rund 170 Schülerinnen getötet worden. Die Führung in Teheran nutzt dieses Ereignis als Symbol für den nationalen Widerstand und ruft die Bevölkerung zu Geschlossenheit auf.
Gleichzeitig richtet sich die Botschaft auch an die Staaten der Golfregion. In der Erklärung wird gefordert, amerikanische Militärbasen in der Region zu schließen und sich nicht weiter an militärischen Operationen gegen den Iran zu beteiligen. Seit seiner Ernennung zum Obersten Führer war Khamenei zuvor nicht öffentlich aufgetreten, was die Spekulationen über seinen Gesundheitszustand weiter verstärkt.
Unterdessen gehen die militärischen Auseinandersetzungen weiter. Die israelische Luftwaffe meldete Angriffe auf eine bekannte Militärforschungseinrichtung im Iran. Der sogenannte Taleghan-Komplex hatte bereits in der Vergangenheit internationale Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Irans Luftstreitkräfte reagierten mit einer neuen Raketenwelle auf Ziele in Israel. Die Revolutionsgarden, Irans Elitestreitmacht, hätten dabei ballistische Raketen auf israelisches Territorium abgefeuert.
Auch im Konflikt zwischen der Hisbollah im Libanon und Israel zeichnet sich kein Ende ab. In der vergangenen Nacht beschossen sich beide Seiten erneut gegenseitig. Nach Angaben eines israelischen Armeesprechers wurden dabei rund 200 Raketen und 20 Drohnen aus dem Libanon abgefeuert. Die Hisbollah hatte zuvor den Beginn einer neuen Operation angekündigt.
Die Schweiz beteiligt sich vorerst nicht an der freiwilligen Freigabe von Ölreserven der Internationalen Energieagentur. Als Begründung verweist der Bund auf die derzeit gesicherte Versorgungslage der Schweiz mit Mineralölprodukten.
Ein Containerschiff der deutschen Reederei Hapag-Lloyd ist westlich der Straße von Hormus von einem Granatsplitter getroffen worden. Der Iran, der von Israel und den USA militärisch angegriffen wird, bedroht seit Kriegsausbruch Schiffe in der Region und greift diese an.
Millionen auf der Flucht
Seit Beginn des Krieges im Iran sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR bis zu 3,2 Millionen Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht. Der jüngsten Einschätzung der Organisation zufolge wurden zwischen 600.000 und einer Million Haushalte zeitweise vertrieben.
Die Swiss muss ihre Flüge nach Dubai bis einschließlich 28. März aussetzen. Die Verlängerung dieser Maßnahme wird mit Kapazitätsengpässen am Flughafen Dubai begründet.
Die israelischen Streitkräfte haben bei einer massiven Angriffswelle auf den Libanon nach eigenen Angaben Dutzende Stellungen der proiranischen Hisbollah zerstört. Innerhalb von 30 Minuten habe die Luftwaffe in den als Dahija bekannten Vororten der Hauptstadt Beirut zehn Ziele angegriffen.
Österreichs Tankstellen dürfen Spritpreise künftig nur noch maximal dreimal pro Woche anheben. Deutschland will die bislang in Österreich geltende Regelung seinerseits übernehmen. Auch in der Schweiz hat der Iran-Krieg die Treibstoffpreise innerhalb weniger Tage spürbar in die Höhe getrieben.
US-Präsident Donald Trump will durch die Freigabe strategischer Reserven den stark gestiegenen Ölpreis stabilisieren. Zuvor hatte die Internationale Energieagentur mitgeteilt, eine Rekordmenge an Ölreserven auf den Weltmarkt bringen zu wollen.
Der Iran hat nach Angaben örtlicher Behörden Treibstofflager in Bahrain angegriffen. Der Angriff erfolgte im Bezirk Muharraq, in dem sich auch der internationale Flughafen des Inselstaats befindet.
Die iranischen Revolutionsgarden haben einen Angriff auf einen Öltanker im Persischen Golf für sich reklamiert. Der Angriff sei erfolgt, nachdem der Tanker den Warnungen und Aufforderungen der Marine der Revolutionsgarden keine Folge geleistet habe.
Im Irak haben mit dem Iran verbündete Milizen einen amerikanisch-israelischen Luftangriff im Westen des Landes gemeldet. Dabei soll es Opfer unter den Milizenmitgliedern gegeben haben.
Neue Bombardierungen der israelischen Luftwaffe in der iranischen Hauptstadt Teheran haben Befürchtungen vor einem Ausbruch des Chaos ausgelöst. Am späten Mittwochabend kam es zu einer der schwersten Angriffswellen seit Kriegsbeginn.
Trump zufolge soll der Iran kurz vor der Niederlage stehen. Am Mittwoch äußerte sich der US-Präsident vor Medienvertretern in Washington D.C. zum aktuellen Stand der militärischen Lage.
Wie die New York Times unter Berufung auf ein Pentagon-Briefing vor dem Kongress berichtet, war die erste Kriegswoche mit enormen Kosten verbunden.
Demnach beliefen sich die Ausgaben der USA allein in diesem Zeitraum auf mehr als 11,3 Milliarden Dollar.