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59 Tote in Nordmazedonien

Korruptionsverdacht: Politisches Beben nach Disko-Brand

Korruptionsverdacht: Politisches Beben nach Disko-Brand
EPA-EFE/GEORGI LICOVSKI
3 Min. Lesezeit |

Ein Inferno in einem nordmazedonischen Club fordert zahlreiche Opfer. Erste Ermittlungen offenbaren gravierende Sicherheitsmängel und heizen die politische Debatte an.

In der nordmazedonischen Kleinstadt Kocani ereignete sich ein tragisches Unglück, das die politische Landschaft erschüttern könnte. Ein verheerender Brand in der Diskothek „Club Pulse“ forderte mindestens 59 Menschenleben und verletzte 155 weitere, darunter viele Jugendliche. Das Feuer brach während eines Konzerts aus, vermutlich durch Pyrotechnik, die die Deckenverkleidung in Brand setzte. Die Katastrophe ereignete sich in den frühen Morgenstunden, als sich rund 1.500 überwiegend junge Menschen im Club aufhielten.

Die dramatischen Ereignisse führten dazu, dass verzweifelte Eltern in sozialen Medien nach ihren Kindern suchten. Die Bürger Kocanis unterstützten die Rettungsmaßnahmen tatkräftig, indem sie Verletzte mit ihren eigenen Autos in Krankenhäuser brachten. Die Kapazitäten des örtlichen Krankenhauses waren schnell erschöpft. Verletzte wurden deshalb auch in die größere Stadt Stip und die Hauptstadt Skopje transportiert.

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Ermittlungen und Festnahmen

Eine vorläufige Untersuchung enthüllte, dass der Club ohne Betriebsgenehmigung betrieben wurde. In diesem Zusammenhang wurden 15 Personen festgenommen. Innenminister Panche Toskovski äußerte den Verdacht auf Bestechung und Korruption und versprach, alle Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Er betonte: „Jeder von uns sollte eine moralische Verantwortung spüren. Ich kenne keinen normalen Menschen, der keine moralische Verantwortung hätte.“

Präsidentin Gordana Siljanovska-Davkova besuchte die Verletzten in einem Krankenhaus und sprach mit den betroffenen Eltern. Vor dem Krankenhaus in Skopje äußerte sie mit bewegter Stimme: „Es ist schrecklich. Kaum zu glauben, wie das passieren konnte.“ Sie hob hervor, wie wichtig es sei, den jungen Menschen Mut zuzusprechen.

Parallelen zu früheren Tragödien

Solche Tragödien sind in Südosteuropa nicht selten und häufig das Ergebnis menschlichen Versagens, der Missachtung von Sicherheitsvorschriften und korrupter staatlicher Aufsichtsbehörden. Diese Ereignisse führen oft zu politischen Erschütterungen. Der Brand in Kocani erinnert an das Unglück im Bukarester Nachtclub „Colectiv“ im Oktober 2015, das 64 Menschenleben forderte und massive Proteste sowie den Rücktritt des rumänischen Ministerpräsidenten Victor Ponta zur Folge hatte.

Ein weiteres Beispiel für die Folgen von Missmanagement ist der Einsturz eines Bahnhofsvordachs in Novi Sad, Serbien, im November des Vorjahres, bei dem 15 Menschen starben. Diese Tragödie löste eine der größten Protestwellen in der Geschichte Serbiens aus. Erst kürzlich gingen in Belgrad Hunderttausende auf die Straße, um gegen die Korruption im Land zu demonstrieren.

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KO KOSMO-Redaktion
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