Während Kosovo im Rekordniederschlag versinkt, fegt Sturm Goretti mit Orkanböen über Westeuropa. Die Naturgewalten hinterlassen eine Spur der Verwüstung.
Die heftigen Regenfälle der vergangenen Woche haben Kosovo in ein Katastrophengebiet verwandelt. Zahlreiche Ortschaften stehen unter Wasser, nachdem Flüsse über die Ufer traten und ganze Landstriche überfluteten. Rettungskräfte arbeiten auf Hochtouren, um Menschen aus ihren überfluteten Häusern zu bergen. Wie der Guardian berichtet, sind die Gemeinden Drenas, Malisheva und Rahovec besonders schwer betroffen – dort fiel nach der Überflutung von Umspannwerken sowohl die Strom- als auch die Wasserversorgung aus.
Die Niederschlagsmengen erreichten dramatische Ausmaße: Allein im Südwesten Kosovos fielen binnen 24 Stunden am Dienstag und Mittwoch mehr als 50 Millimeter Regen. In Malisheva wurden sogar Spitzenwerte von bis zu 80 Millimetern gemessen. Bereits das vorherige Wochenende hatte mit extremen Niederschlägen die Katastrophe eingeleitet – offizielle Messstationen im Westen des Landes verzeichneten am Samstag und Sonntag unglaubliche 231,5 beziehungsweise 151,6 Millimeter Regen.
Die Lage spitzte sich am Dienstag weiter zu, als in Junik weitere 130 Millimeter niedergingen und zusätzlich Erdrutsche auslösten.
Sturm Goretti
Während Kosovo mit den Wassermassen kämpft, fegte Sturm Goretti durch den Ärmelkanal. Das britische Wetteramt Met Office gab für Cornwall und die Scilly-Inseln die höchste Warnstufe Rot aus, nachdem dort Windböen von nahezu 100 km/h gemessen wurden. In Nordwestfrankreich, wo der Sturm von Meteo-France seinen Namen erhielt, wütete Goretti noch heftiger: In der Normandie wurden verheerende Orkanböen von 132 km/h registriert, in der Bretagne immerhin noch 94 km/h.
Selbst im Landesinneren machte sich der Sturm bemerkbar – in Paris erreichten die Böen Geschwindigkeiten von bis zu 65 km/h.
Bedrohliche Wellen
Neben den extremen Windverhältnissen kämpft Nordwestfrankreich auch mit der Gefahr von Küstenüberflutungen. An den nördlichen Küstenabschnitten der Bretagne türmten sich die Wellen auf bedrohliche 6 bis 9 Meter Höhe auf. Für das Wochenende prognostizieren Meteorologen eine Verlagerung des Sturms Goretti in Richtung Osten über Kontinentaleuropa. Obwohl mit nachlassenden Windgeschwindigkeiten zu rechnen ist, drohen nun Schneesturmbedingungen.
In Deutschland und den Benelux-Ländern könnten erhebliche Schneemengen fallen.