Was wir essen wollen und was wir tatsächlich essen, klafft oft weit auseinander – eine EU-Kampagne nimmt genau diese Lücke ins Visier.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und die Kroatische Agentur für Landwirtschaft und Lebensmittel (HAPIH) haben gemeinsam eine neue Saison der Aufklärungs- und Informationskampagne Safe2Eat ins Leben gerufen. Ziel ist es, der Bevölkerung wissenschaftlich geprüfte Grundlagen zu vermitteln, die zu bewussteren und gesünderen Ernährungsentscheidungen im Alltag beitragen sollen.
Laut der aktuellen Eurobarometer-Erhebung aus dem Jahr 2025 sieht knapp jeder zweite Befragte in Kroatien Obst und Gemüse als unverzichtbare Basis einer ausgewogenen Ernährung. 45 Prozent sprechen sich dafür aus, vorrangig auf lokal erzeugte Lebensmittel zu setzen. Rund ein Drittel der Befragten betont außerdem den Stellenwert von Bio-Produkten (33 Prozent), Fisch (30 Prozent) sowie Hülsenfrüchten und Nüssen (31 Prozent).
Ernährung nach Alter
Ebenso klar äußern sich die Befragten darüber, was auf dem Speiseplan reduziert werden sollte: An erster Stelle steht Zucker (38 Prozent), gefolgt von stark verarbeiteten Lebensmitteln (35 Prozent), Fetten (34 Prozent) und Salz (30 Prozent). Allerdings zeigen die Daten, dass es kein einheitliches Bild von gesunder Ernährung gibt. Ältere Menschen legen besonders viel Wert auf die Reduktion von Salz und Fertigprodukten sowie auf einen höheren Fischkonsum, während jüngere Altersgruppen eher auf ausreichend Protein, Bio-Kost und weniger Fleisch sowie Milchprodukte setzen.
Auch die wirtschaftliche Lage der Haushalte spielt eine wesentliche Rolle. Menschen mit finanziellen Einschränkungen messen der Reduktion von Zucker und stark verarbeiteten Lebensmitteln deutlich weniger Bedeutung bei als jene mit stabilerem Einkommen – ein Hinweis darauf, dass Verfügbarkeit und Preis von Lebensmitteln die Ernährungsqualität unmittelbar beeinflussen.
HAPIH-Direktor Hrvoje Hefer bringt es auf den Punkt: „Die Daten zeigen, dass die Menschen die Grundlagen einer gesunden Ernährung kennen – die gelebten Gewohnheiten spiegeln das aber oft nicht wider. Gesunde Ernährung ist keine universelle Formel, sie hängt von Alter, Geschlecht, körperlicher Aktivität, Gesundheitszustand und Lebensumständen ab. Genau deshalb wollen wir den Menschen mit Safe2Eat geprüfte, wissenschaftlich fundierte und praxistaugliche Informationen an die Hand geben, die ihnen helfen, ihre Ernährung an die tatsächlichen Bedürfnisse ihres Körpers anzupassen.“
Fachliche Empfehlungen
Fachleute empfehlen eine abwechslungsreiche und nährstoffdichte Kost: täglich drei Portionen Gemüse – frisch, saisonal und möglichst aus der Region – sowie zwei Portionen Obst, um die Versorgung mit Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen sicherzustellen. Kartoffeln zählen dabei nicht als Gemüseportionen. Ergänzend dazu sollten Vollkornprodukte, Fisch und Nüsse regelmäßig auf dem Teller landen, während zucker-, salz- und fettreiche Speisen in den Hintergrund treten sollten. Bei Fleisch empfiehlt sich Geflügel oder mageres rotes Fleisch. Der Schlüssel, so die Experten, liegt nicht in Verboten, sondern in Ausgewogenheit und Vielfalt.
Die Kampagne läuft neben Kroatien in 22 weiteren europäischen Ländern. EFSA-Exekutivdirektor Nikolaus Kriz erklärt das Anliegen dahinter: „Menschen treffen täglich Entscheidungen darüber, was sie essen – und sie verdienen es, diese Entscheidungen informiert und selbstbewusst zu treffen. Im Rahmen von Safe2Eat 2026 übersetzen wir komplexe wissenschaftliche Erkenntnisse in verständliche, alltagstaugliche Empfehlungen: von Lebensmittelzusatzstoffen und Aromen bis hin zu neuen Inhaltsstoffen und Allergenen. Die Kampagne soll kritisches Denken fördern, das Vertrauen in das europäische Lebensmittelsicherheitssystem stärken und letztlich dazu beitragen, dass Menschen sicherer und informierter essen.“