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Musiklegende

„Kroatischer Verdi“: Ein Mann formte eine ganze Musiknation

„Kroatischer Verdi“: Ein Mann formte eine ganze Musiknation
Foto: Wikimedia Commons
3 Min. Lesezeit |

Über 1.100 Werke, eine ganze Ära – und ein Beiname, der alles sagt: Kroatiens musikalisches Erbe trägt einen Namen.

Ivan pl. Zajc zählt zu den herausragenden Persönlichkeiten der kroatischen Musikgeschichte – ein Komponist, Dirigent und Pädagoge, dessen Werk mehr als 1.100 Opusnummern umfasst und dessen Nationaloper bis heute aufgeführt wird. Geboren am 3. August 1832 in Rijeka, hinterließ er im kroatischen Musikleben des ausgehenden 19. Jahrhunderts bleibende Spuren. Nicht ohne Grund trägt er den Beinamen „kroatischer Verdi“.

Schon als Kind offenbarte Zajc eine ungewöhnliche musikalische Begabung. Sein Vater, selbst Musiker, unterrichtete ihn in Violine und Klavier. Mit sechs Jahren stand er erstmals öffentlich auf der Bühne, mit zwölf entstanden die ersten eigenen Kompositionen. Obwohl der Vater für seinen Sohn eine juristische Laufbahn vorgesehen hatte, erkannten seine Lehrer das außergewöhnliche Talent des Jungen und setzten sich erfolgreich dafür ein, dass die Familie ihm eine professionelle musikalische Ausbildung ermöglichte.

1850 trat Zajc in das Konservatorium in Mailand ein, wo er Komposition und Dirigieren studierte. Bereits während dieser Zeit gelangten erste Werke von ihm zur Aufführung. Nach seiner Rückkehr nach Rijeka war er als Musiklehrer, Konzertmeister und Dirigent des dortigen Theaterorchesters tätig. 1860 erlebte seine Oper „Amelia oder Der Bandit“ in Rijeka ihre Uraufführung. Zwei Jahre darauf übersiedelte Zajc nach Wien, wo er sich vor allem im Bereich der Operette einen Namen machte.

Wende nach Zagreb

Den entscheidenden Schritt in seiner Karriere vollzog Zajc 1870, als er einem Ruf nach Zagreb folgte, um dort eine dauerhafte Nationaloper aufzubauen und das Musikausbildungswesen zu reformieren. Unter seiner Leitung fanden zahlreiche internationale Opernproduktionen ihren Weg auf kroatische Bühnen; gleichzeitig förderte er gezielt Werke, die sich historischen Stoffen aus Kroatien widmeten. Zu seinen bekanntesten Bühnenwerken gehören „Misav“, „Ban Leget“, „Lizinka“ sowie die 1876 uraufgeführte Oper „Nikola Subic Zrinjski“.

Vielfältiges Schaffen

Das musikalische Erbe, das Zajc hinterließ, ist von außergewöhnlicher Breite und Vielfalt. Neben Opern und Operetten schuf er Hunderte Chorwerke, Lieder, geistliche Kompositionen, Orchesterstücke sowie Kammer- und Klaviermusik. In seinem Schaffen verbanden sich Einflüsse der italienischen Oper und der Wiener Operette mit kroatischen Geschichtsthemen und folkloristischen Elementen zu einem selbständigen Stil.

1908 zog sich Zajc aus dem aktiven Berufsleben zurück; am 16. Dezember 1914 starb er in Zagreb. Die von ihm maßgeblich geprägte Epoche der kroatischen Musikgeschichte wird bis heute als „Zajc-Ära“ bezeichnet.

Das Kroatische Nationaltheater in Rijeka trägt zu seinen Ehren seinen Namen.

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KO KOSMO-Redaktion
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