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Millionenkonflikt

Lauda-Millionen: Witwe kämpft gegen eigene Kinder um Erbe

Niki-Lauda-verstorben
(FOTO: Wikimedia Commons/MacKrys)

Fünf Jahre nach dem Tod der Formel-1-Legende Niki Lauda dauert der juristische Konflikt um sein Erbe weiter an. Seine Witwe Birgit Lauda, 47, fordert von der Privatstiftung ihres verstorbenen Ehemannes einen Pflichtteil in Höhe von 30,5 Millionen Euro.

Der Rechtsstreit begann ein Jahr nach Laudas Ableben im Mai 2019, als Birgit Klage einreichte – aufgeteilt in 22 Millionen Euro gegen die Privatstiftung selbst und weitere 8,5 Millionen Euro gegen eine Tochtergesellschaft. Sie beruft sich dabei auf das in Österreich gesetzlich verankerte Recht jeder Ehefrau auf einen Pflichtteil.

Entgegen anderslautender Medienberichte ist Birgit Lauda mit ihren rechtlichen Schritten bislang nicht erfolgreich gewesen. Die Behauptung, sie hätte bereits Gelder erstritten und damit eine Immobilie in Kitzbühel erworben, entspricht nicht den Tatsachen. Tatsächlich wurden beide Verfahren in erster Instanz bereits verhandelt. Im Prozess um die 8,5 Millionen Euro wurde ihre Klage abgewiesen, verbunden mit einer Kostenerstattungspflicht von 700.000 Euro, wogegen sie Berufung eingelegt hat. Im zweiten Verfahren steht nach Abschluss der Beweisaufnahme die Urteilsverkündung in den kommenden Wochen bevor.

Laudas Stiftungszweck

Die 1997 von Niki Lauda gegründete Stiftung verfolgt nach Angaben von Haig Asenbauer, Vorstandsmitglied und enger Vertrauter des Verstorbenen, das Ziel einer generationenübergreifenden Familienversorgung. Mit ihren Klagen stelle Birgit diese Konstruktion und damit den ausdrücklichen Willen des Verstorbenen in Frage. Besonders problematisch: Laut den Stiftungsregeln gehen ihre Forderungen zulasten ihrer eigenen Kinder Max und Mia. Niki Lauda habe festgelegt, dass bei Klagen einer Mutter – sei es Birgit oder seine Ex-Frau Marlene – die jeweiligen Kinder belastet werden, um die Vermögensverteilung zwischen beiden Familienzweigen ausgewogen zu halten.

Seit Laudas Tod hat die Stiftung mehr als 30 Millionen Euro an Familienmitglieder ausgeschüttet, davon die Hälfte an Birgit und ihre Kinder. Das Versorgungspaket umfasst eine Villa in Wien, ein Anwesen auf Ibiza, mehrere Luxusfahrzeuge, Krankenversicherung, Schulgeldzahlungen sowie einen monatlichen fünfstelligen Betrag zur freien Verfügung. Die monatlichen Kosten dieses Arrangements belaufen sich auf etwa 150.000 Euro. Selbst im Falle einer Wiederheirat von Birgit Lauda bliebe die Versorgung der Kinder in vollem Umfang bestehen.

Finanzielle Entwicklung

Die finanzielle Entwicklung der Stiftung verlief trotz einiger Herausforderungen positiv. Nach einem gewinnbringenden Ausstieg aus dem Signa-Prime-Investment im Jahr 2020 wurde ein Teil der Erlöse in KTM/Pierer Mobility investiert – eine Entscheidung, die sich als weniger erfolgreich erwies. Dennoch konnte die Stiftung seit Nikis Tod einen Vermögenszuwachs von 20 Prozent verzeichnen. Neben der Vermögensverwaltung und Familienversorgung hat die Stiftung Verträge für eine neue Dokumentation über Niki Lauda abgeschlossen.

Haig Asenbauer unterstreicht die Notwendigkeit, die Angriffe von Birgit auf das Vermögen ihrer eigenen Kinder abzuwehren.

Die Stiftungsverantwortlichen hoffen auf ein Ende der Klagen und eine Rückkehr des Familienfriedens.