Rekordaufwertung für Österreichs Arbeitnehmer: Ab 2026 steigen die Pensionsansprüche um satte 7,3 Prozent – ein historischer Höchstwert mit spürbaren Auswirkungen.
Ab 2026 erwartet österreichische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein außergewöhnlicher Anstieg ihrer künftigen Pensionsansprüche. Grund für diese Rekordaufwertung sind die hohen Inflationsraten der vergangenen Jahre und die daraus resultierenden kräftigen Lohnerhöhungen, die nun mit zeitlicher Verzögerung in die Berechnungen einfließen. Wie Christine Mayrhuber vom Wirtschaftsforschungsinstitut Wien erklärt, basiert die Aufwertung auf der Entwicklung der durchschnittlichen Sozialversicherungs-Beitragsgrundlagen, weshalb sie stets mit zweijähriger Verspätung zur tatsächlichen Lohnentwicklung erfolgt.
Von dieser Anpassung profitieren ausschließlich aktiv Erwerbstätige, nicht jedoch Personen, die bereits in Pension sind. Für alle im Berufsleben Stehenden wird die im Pensionskonto erfasste Gesamtgutschrift automatisch angehoben. Diese Gutschrift repräsentiert den jährlichen Bruttopensionsanspruch, der sich bisher angesammelt hat – also jene Pension, die bei einem sofortigen Pensionsantritt zustehen würde.
Konkrete Zuwächse
Die Anpassung zum Jahreswechsel führt zu einer deutlichen Steigerung der individuellen Pensionsansprüche: Für einen 60-jährigen Mann bedeutet dies im Durchschnitt einen Zuwachs von etwa 2.520 Euro, wodurch seine Gesamtgutschrift von 34.526 auf 37.046 Euro anwächst. Eine gleichaltrige Frau verzeichnet eine Erhöhung um 1.555 Euro – von 21.297 auf 22.852 Euro.
Bei 50-jährigen Männern steigt der Anspruch um 1.720 Euro, bei Frauen derselben Altersgruppe um circa 1.109 Euro. 40-jährige Männer können sich über ein Plus von rund 932 Euro freuen, während Frauen dieser Altersklasse einen Zuwachs von 750 Euro verbuchen.
Die Aufwertungszahl zur Sozialversicherung beträgt ab 2026 genau 1,073, was einer Steigerung von 7,30 Prozent entspricht. Diese Anpassung wirkt sich auch auf die Höchstbeitragsgrundlagen aus, die entsprechend angehoben werden. Für Besserverdiener hat dies zur Folge, dass ihre Sozialversicherungsbeiträge steigen und somit ihr Nettoeinkommen sinkt.
Rekordwerte erreicht
Auch Personen, die bereits eine Alterspension beziehen, dürfen sich ab 2026 über höhere Bezüge freuen. Die bereits beschlossene Pensionserhöhung bringt bis zu 67,50 Euro brutto monatlich mehr – je nach individueller Pensionshöhe entspricht dies einer jährlichen Steigerung von bis zu 945 Euro.
Die jährlichen Aufwertungen bewegten sich seit 2015 meist unter drei Prozent. Anfang 2025 wurde mit 6,3 Prozent bereits ein Rekordwert erreicht, der nun mit 7,3 Prozent nochmals übertroffen wird. Für die Beschäftigten bedeutet dies eine erhebliche Steigerung ihrer Pensionsansprüche, ohne dass die Politik Kürzungen vornimmt.
Zwar stand zwischenzeitlich eine Deckelung der Aufwertungsformel zur Diskussion, um Budgetmittel einzusparen, doch dieser Vorschlag wurde letztlich verworfen.
Die spürbare Erhöhung der künftigen Pensionen erfolgt somit automatisch und ohne Antragstellung zum 1. Jänner 2026.