Ein Luxushotel in Flammen, Hunderte Einsatzkräfte im Dauereinsatz – Seefeld erlebte eine dramatische Nacht.
Ein Großbrand hat in der Nacht auf Dienstag das bekannte 5-Sterne-Hotel „Klosterbräu“ im tirolerischen Seefeld in Flammen gesetzt. Hunderte Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettung und Polizei kämpften die gesamte Nacht gegen das Feuer. Auch am frühen Dienstagmorgen war die Lage noch nicht unter Kontrolle – die Löscharbeiten liefen weiterhin auf Hochtouren.
Die ersten Alarmierungen gingen kurz nach 19 Uhr am Montag ein, als das Feuer beim Hotel „Klosterbräu“ im Ortszentrum von Seefeld ausbrach. Dichter schwarzer Rauch zog über den Abendhimmel, die Flammen waren aus großer Entfernung zu sehen. Die Lage verschlechterte sich rasch.
Massiver Feuerwehreinsatz
Um 20.19 Uhr wurde für die betroffene Region AT-Alert ausgelöst, weitere Feuerwehren wurden angefordert. „Alles in allem standen seit Brandausbruch 26 Wehren im Einsatz„, teilte die Leitstelle Tirol mit. Die einzelnen Einheiten wurden dabei im laufenden Betrieb immer wieder abgelöst.
Auch in den frühen Morgenstunden des Dienstags gab es keine Entwarnung. „Die Löscharbeiten dauern weiter an. Es gibt noch kein ‚Brand aus‘. Derzeit sind noch sieben Feuerwehren vor Ort“, schilderte der Leitstellen-Schichtleiter kurz nach 5 Uhr. Laut Bezirksfeuerwehrverband Innsbruck-Land waren bis dahin weit mehr als 300 Feuerwehrleute im Einsatz.
Obwohl das Feuer am Abend zunächst eingedämmt werden konnte, loderten die Flammen später erneut auf. Wegen der schwierigen Zugangssituation zum betroffenen Dachbereich wurde ein Lkw mit Kran zur Einsatzstelle beordert. Ziel dieser Maßnahme war es, Teile der Dachkonstruktion gezielt abzutragen, um versteckte Glutnester besser lokalisieren und die Brandbekämpfung im Innenbereich wirksam unterstützen zu können.
Evakuierungen und Verletzte
Rund 150 Personen aus benachbarten Beherbergungsbetrieben wurden noch am späten Abend vorsorglich in Sicherheit gebracht. Sie wurden zunächst in der WM-Halle untergebracht und versorgt, bevor man sie auf Hotels in der näheren Umgebung verteilte. Auch anliegende Lokale wurden von der Polizei geräumt.
Laut Rotem Kreuz mussten seit Ausbruch des Feuers insgesamt mehrere Personen medizinisch betreut werden. Eine Person wurde aufgrund eines Sturzes behandelt, fünf weitere wegen Verdachts auf Rauchgasvergiftung in Spitäler transportiert.
Zur Brandursache und zum genauen Ausmaß des Schadens lagen zunächst keine gesicherten Informationen vor. Am Hotelgebäude mussten Dachöffnungen vorgenommen werden, das gesamte Haus war verraucht – was den Einsatzkräften das Vordringen deutlich erschwerte. Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs war das Hotel nach Polizeiangaben nicht in Betrieb und für Gäste geschlossen, im und am Gebäude liefen Bauarbeiten.
Die Ermittlungen zur Brandursache sollen nach der offiziellen Meldung „Brand aus“ aufgenommen werden.