Nächtliche Militäroperation erschüttert Südamerika: US-Eliteeinheiten haben Venezuelas Präsidenten Maduro festgenommen und außer Landes gebracht. In Caracas übernimmt seine Stellvertreterin.
Nach der Gefangennahme von Staatschef Nicolás Maduro durch US-Streitkräfte steht Venezuela vor einer politischen Zäsur. In einer nächtlichen Militäroperation nahmen amerikanische Eliteeinheiten den 63-jährigen linksnationalistischen Präsidenten zusammen mit seiner Ehefrau Cilia Flores fest und transportierten beide außer Landes. Aufnahmen des Weißen Hauses dokumentieren später, wie Maduro in Handschellen und mit Sandalen bekleidet von Beamten in eine Einrichtung der US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA in New York geführt wurde. „Gute Nacht, frohes neues Jahr“, äußerte Maduro dabei auf Englisch. Der venezolanische Staatschef soll sich nun wegen „Drogenterrorismus“ vor amerikanischen Gerichten verantworten.
In Caracas reagierte das Oberste Gericht mit der Ernennung von Vizepräsidentin Delcy Rodriguez zur Interimsstaatschefin. Gleichzeitig verkündete US-Präsident Donald Trump, die Vereinigten Staaten würden Venezuela vorübergehend selbst verwalten und amerikanischen Energiekonzernen den Einstieg ins venezolanische Ölgeschäft ermöglichen. Trump hatte Venezuela in den vergangenen Monaten wiederholt beschuldigt, den Drogenschmuggel in die USA aktiv zu fördern und dadurch die amerikanische Sicherheit zu gefährden. Die Regierung in Caracas warf Washington hingegen vor, es ausschließlich auf die umfangreichen Erdölvorkommen des südamerikanischen Landes abgesehen zu haben.
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Der Beschluss des Obersten Gerichtshofs in Venezuela sieht vor, dass Rodriguez „vorübergehend alle mit dem Präsidentenamt verbundenen Eigenschaften, Pflichten und Befugnisse übernimmt und ausübt“. Bemerkenswert ist, dass das Gericht Maduro nicht dauerhaft seines Amtes enthob – ein solcher Schritt hätte nach venezolanischem Recht Neuwahlen innerhalb von 30 Tagen erforderlich gemacht.
Die konkrete Ausgestaltung einer US-Verwaltung Venezuelas ließ Trump zunächst offen. Bei seiner Pressekonferenz nach Maduros Festnahme bezeichnete er die konservative venezolanische Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado als ungeeignet für das Präsidentenamt, da ihr die notwendige „Unterstützung oder der Respekt“ fehle.
Machtkampf in Caracas
Trump deutete an, dass Maduros bisherige Stellvertreterin Rodriguez Kooperationsbereitschaft mit den USA signalisiert habe. Diese Darstellung wies Rodriguez jedoch umgehend zurück: In einer Fernsehansprache betonte sie, Maduro sei „der einzige Präsident Venezuelas“ und forderte Washington auf, ihn freizulassen. Zugleich versicherte sie, ihre Regierung werde Venezuela und dessen „natürliche Ressourcen verteidigen“.
Öl im Fokus
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Bei seiner Pressekonferenz kündigte Trump an, große US-Ölkonzerne würden nun in Venezuela investieren, „Milliarden Dollar ausgeben, die schwer beschädigte Infrastruktur reparieren, die Öl-Infrastruktur, und anfangen, Geld für das Land zu machen“. „Wir werden große Mengen Öl verkaufen“, erklärte er. Die US-Sanktionen gegen venezolanisches Öl würden jedoch vorerst „voll in Kraft bleiben“.
Trump beschuldigte die Regierung Maduro, „unser gesamtes Öl“ entwendet zu haben. „Wir werden es zurückholen“, sagte er und fügte hinzu, dies werde die USA nichts kosten.
„Viel Geld kommt aus dem Boden, wir werden zurückbezahlt für alles, was wir ausgeben.“ Venezuela verfügt über die größten bekannten Erdölreserven weltweit.
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