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Vorwürfe

Mama ist Ärztin: Operierte ein Kind an einem Patienten?

Symbolfoto. (FOTO: iStock/Gumpanat)
Symbolfoto. (FOTO: iStock/Gumpanat)

In einem beunruhigenden Vorfall, der aktuell Gegenstand behördlicher Untersuchungen ist, wird einer steirischen Ärztin zur Last gelegt, die Grenzen professioneller Medizin gefährlich überschritten zu haben.

Sie erlaubte ihrem noch strafunmündigen Kind, aktiv an einem chirurgischen Eingriff teilzunehmen. Das anwesende OP-Personal verhinderte es angeblich nicht. Der Fall, welcher zu Beginn des Jahres im Landeskrankenhauses Graz stattfand, sorgt für Aufsehen.

Strafverfahren eingeleitet

Laut der „Steirerkrone“ sei es das Kind der Ärztin gewesen, das nicht nur Zeuge der chirurgischen Prozedur wurde, sondern auf Anweisung seiner Mutter auch direkt an der OP teilnahm. Dieser außergewöhnliche und moralisch wie rechtlich fragwürdige Vorfall hat nun ein strafrechtliches Nachspiel.

Die Staatsanwaltschaft Graz hat umgehend Ermittlungen aufgenommen, um Licht in diese ungewöhnliche Angelegenheit zu bringen: „Wir ermitteln nach einer anonym eingegangenen Anzeige wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung.“

Es wird untersucht, inwieweit die Handlungen der Ärztin strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen sollten. Die Kernfrage dabei: Hat die Einbeziehung des Kindes in den chirurgischen Prozess das Wohl des Patienten riskiert und die medizinische Sorgfaltspflicht verletzt? Gegenüber der Krone bestätigte die Klinikleitung: „Nachdem die erhobenen Vorwürfe bis dato nicht lückenlos entkräftet werden konnten, wurden am 29. Mai 2024 zwei ärztliche Mitglieder des OP-Teams bis zur definitiven Klärung der Vorwürfe vom Dienst freigestellt.“

Konsequenzen

Die OP ist laut Krankenhausleitung glücklicherweise komplikationslos verlaufen. Die betroffene Ärztin als auch das Krankenhaus müssen trotzdem mit ernsthaften Konsequenzen rechnen. Neben einem möglichen Strafverfahren könnte die Ärztin auch berufsrechtlichen Maßnahmen gegenüberstehen, die bis zum Entzug der ärztlichen Zulassung reichen können. Es gilt die Unschuldsvermutung.