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Gesundheitsreform

Medikamentenauswahl: Preisschild für Menschenleben?

(FOTO: iStock/czarny_bez)
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„Ein Preisschild für Menschenleben? Nicht mit uns!“ – Mit diesen Worten leitete Philip Kucher, der Chef des SP-Klubs und Gesundheitssprecher, am Montag seine Kritik an den geplanten Änderungen bei der Bewertung von Medikamenten ein.

Ihm zufolge sollen in Zukunft nicht nur medizinische und wissenschaftliche Kriterien, sondern auch wirtschaftliche Überlegungen bei der Entscheidung eine Rolle spielen, ob ein Medikament in Österreich zum Einsatz kommen soll oder nicht.

Kucher betonte die Wichtigkeit eines Gremiums, das ein einheitliches Vorgehen in den Krankenhäusern sicherstellen soll. Allerdings bezeichnete er den momentanen Entwurf als „stümperhaft“. Er ist nicht der Einzige, der diese Meinung vertritt. Auch Fiona Fiedler, die Gesundheitssprecherin der Neos, äußerte Bedenken. Ihrer Meinung nach vernachlässigt die geplante Regelung das Wohl der Patienten und darf daher in der jetzigen Form nicht umgesetzt werden. Ähnlich äußerte sich zuvor auch die FPÖ, die das Bewertungsboard scharf kritisierte.

Gesundheitsministerium stellt fixe Lösung für Medikamentenmangel vor

Medikamentenboard

Das Gesundheitsministerium reagierte auf die Kritik und betonte, dass in letzter Zeit Änderungen vorgenommen wurden. So müssten nun auch die Vertreter der Länder und Kassen in diesem Gremium einen medizinischen oder pharmakologischen Hintergrund aufweisen. Zudem seien die Empfehlungen des Medikamentenboards nicht bindend für die Spitalsträger – die ursprünglich geplante Verpflichtung wurde wieder zurückgenommen.

Die Diskussion um das geplante Medikamentenboard wird ab Dienstag im Gesundheitsausschuss des Nationalrats fortgesetzt. Eine entscheidende Woche steht bevor: Der Plenarbeschluss zur gesamten Gesundheitsreform steht auf dem Programm.