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Megaprojekt

Mega-Deal am Balkan: USA investieren Rekord-Summe in Rechenzentrum

Mega-Deal am Balkan: USA investieren Rekord-Summe in Rechenzentrum
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

50 Milliarden Euro, ein Gigawatt Kapazität, 310 Hektar – Kroatien steht vor einer Investition historischen Ausmaßes.

Kroatien soll zum Schauplatz einer der größten privaten Investitionen werden, die je auf europäischem Boden getätigt wurden. Das Projekt Pantheon AI – ein KI-Campus kombiniert mit einem Hyperscale-Rechenzentrum – ist für den Standort Topusko in der Gespanschaft Sisak-Moslavina geplant und wird mit einer Gesamtinvestition verbunden, die letztlich die Marke von 50 Milliarden Euro überschreiten soll. Der Campus selbst ist mit zwölf Milliarden Euro veranschlagt. Baustart soll Anfang 2027 sein, die Inbetriebnahme ist für das erste Quartal 2029 vorgesehen.

Vorgestellt wurde das Vorhaben beim Gipfel der Drei-Meere-Initiative in Dubrovnik – und die Dimensionen sorgten dort für Aufsehen. Hinter dem Projekt steht die Pantheon Atlas LLC, die institutionelle Investoren aus den USA sowie vermögende Privatpersonen bündelt. Das Unternehmen positioniert die Anlage als eine der bedeutendsten amerikanischen Privatinvestitionen in Europa überhaupt – und als die größte in der Geschichte Kroatiens.

Technische Dimensionen

Technisch gesehen ist das Vorhaben auf eine Gesamtkapazität von einem Gigawatt ausgelegt, davon 800 Megawatt IT-Last. Der Campus wird eine Fläche von 310 Hektar umfassen, mit der Option auf Erweiterung auf 450 Hektar. Die Verfügbarkeit soll über dem Tier-IV-Standard liegen – eine Auszeichnung, die in Europa als selten gilt. Zudem soll die Anlage den Anforderungen der NVIDIA GW-Scale AI Factory entsprechen.

Die Energieversorgung ist vollständig auf erneuerbare Quellen ausgerichtet. Ein eigenes 500-Megawatt-Solarkraftwerk wird direkt am Standort errichtet, ergänzt durch einen Batteriespeicher mit einer Kapazität von 8.000 Megawattstunden. Vier unabhängige 400-Kilovolt-Leitungen sollen die Netzanbindung sicherstellen und gleichzeitig die Integration von bis zu 5,2 Gigawatt neuer erneuerbarer Energie in das kroatische Stromnetz ermöglichen.

Für die Datenkonnektivität sind vier unabhängige Glasfaserrouten über drei EU-Hauptkorridore geplant. Zusätzlich wird in der Projektankündigung das Unterseekabel GreenMed erwähnt, das voraussichtlich 2028 bis nach Mailand reichen wird und die Einbindung des Campus in kontinentale Datennetze weiter stärken soll.

Wirtschaftliche Impulse

Wirtschaftlich verspricht das Projekt erhebliche Impulse für die Region. Während der Bauphase sollen rund 3.000 Arbeitsplätze entstehen, nach Fertigstellung werden 1.500 dauerhafte Stellen erwartet. Die Regionalverwaltung der Gespanschaft Sisak-Moslavina hat das Vorhaben bereits formell als besonders bedeutsam eingestuft und eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um die Rahmenbedingungen für die Umsetzung zu schaffen.

Zu den angekündigten Partnern zählen unter anderem Greenvolt International Power, das für das Solarkraftwerk und die Batteriespeicher zuständig sein soll, sowie Koncar Grupa, Dalekovod Projekt, Ravel Ltd. und Parsec Lab. Beratend sind namhafte Häuser wie PwC, KPMG, Latham & Watkins und Hodgson Russ eingebunden.

Der strategische Hintergrund des Projekts ist eng mit dem wachsenden Druck auf die europäische Digitalinfrastruktur verknüpft. Bestehende Rechenzentren auf dem Kontinent arbeiten vielerorts mit einer freien Kapazitätsreserve von unter acht Prozent, während Netzanschlüsse zunehmend zum Engpass werden. Gleichzeitig wird erwartet, dass der Strombedarf von Rechenzentren in Mittel- und Osteuropa bis 2035 auf das Drei- bis Vierfache ansteigen wird.

Pantheon AI wird von seinen Initiatoren als Antwort auf genau diese Lücke präsentiert: eine Anlage innerhalb der EU und der NATO, die Hyperscale-Betreibern aus den USA und Europa souveräne, datenschutzkonforme Kapazitäten auf verbündetem Territorium bieten soll.

Topusko liegt rund 45 Minuten von Zagreb entfernt und profitiert von der Nähe zu mehreren Städten, die als Arbeitskräftereservoir dienen können.

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KO KOSMO-Redaktion
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