Bei einem Polizeieinsatz am Montagabend, der wegen des Verdachts auf häusliche Gewalt ausgelöst worden war, stießen die Beamten in der Wohnung eines 81-jährigen Pensionisten auf ein massives Waffenarsenal. Mehr als 100 Gewehre und Pistolen unterschiedlichster Art wurden sichergestellt – ein Großteil davon legal im Besitz des Mannes. Aufgrund des angezeigten Übergriffs auf seine Ehefrau wurde gegen den Pensionisten eine Wegweisung verhängt; er erhielt ein Betretungs- und Annäherungsverbot sowie ein Waffenverbot. Die Frau blieb bei dem Vorfall nach Angaben der niederösterreichischen Polizei unverletzt.
Kriegsmaterial entdeckt
Erst am Donnerstag wurden weitere Einzelheiten öffentlich, die dem Fall eine deutlich gravierendere Dimension verleihen. Wie der „Kurier“ berichtet, rückten neben regulären Einsatzkräften auch der Staatsschutz, die Cobra und der Entschärfungsdienst aus. Darüber hinaus wurde das Abwehramt des Verteidigungsministeriums hinzugezogen, da der Mann offenbar auch Kriegsmaterial gelagert hatte. Darunter befand sich demnach ein Maschinengewehr der deutschen Wehrmacht – ein MG-42, das im Zweiten Weltkrieg von den Alliierten wegen seiner hohen Feuerrate als „Knochensäge“ bezeichnet wurde. Zusätzlich wurde ein Sturmgewehr 77 des österreichischen Bundesheeres in der Sammlung gefunden.
Bei einer zweiten Hausdurchsuchung stießen die Ermittler einem Bericht des „Kurier“ zufolge außerdem auf ein Versteck mit kinderpornografischem Material, das ebenfalls sichergestellt wurde. Nun gilt es zu klären, auf welchem Weg der 81-Jährige in den Besitz der verschiedenen Waffen gelangt ist. „Es gibt natürlich immer wieder Diebstähle von Waffen aus den Beständen des Bundesheeres. Dies sollte sich aber aufgrund der Seriennummer der sichergestellten Waffen rasch nachvollziehen lassen“, wird ein hochrangiger Offizier zitiert.
Politische Kontakte
Eines zeichnet sich bereits jetzt ab: Der Verdächtige verfügte offenbar über weitreichende Zugänge zu Polizei und Militär. Als früherer Autor einschlägiger Sachbücher soll er laut „Kurier“ verschiedene Spezialeinheiten begleitet haben – ermöglicht durch politische Kontakte zu einem ehemaligen Minister.