**Kein Wasser, Hitze und ein zweiter Rohrbruch kurz nach der Reparatur: Westserbien steckt mitten in einer handfesten Versorgungskrise.**
Ein neuer Rohrbruch an der Hauptleitung des Wassersystems „Rzav“ hat in Westserbien eine ernste Versorgungskrise ausgelöst. Besonders bitter: Der Schaden wurde nur wenige Stunden nach der Behebung eines vorangegangenen Defekts festgestellt. Aus dem Leitungsnetz entweichen seither bis zu 70 Liter Wasser pro Sekunde – ein Verlust, der die Versorgung von fünf Städten und Gemeinden gefährdet: Cacak, Arilje, Pozega, Lucani und Gornji Milanovac.
Am Mittwochvormittag schlugen die Messwerte erneut Alarm. Die zuständigen Stellen registrierten den massiven Druckverlust im System und reagierten umgehend. Der Krisenstab für außergewöhnliche Situationen trat sofort zusammen, um das weitere Vorgehen zu koordinieren.
Ausnahmezustand ausgerufen
Für das Stadtgebiet von Cacak sowie die Gemeinde Gornji Milanovac war der Ausnahmezustand bereits zuvor ausgerufen worden. Vladan Milic, Leiter des städtischen Krisenstabs in Cacak, bestätigte, dass sämtliche Einsatzkräfte in erhöhter Bereitschaft stehen und die Ursache des neuen Schadens mit Hochdruck ermittelt wird.
Auf Ersuchen der lokalen Selbstverwaltungen wurde die serbische Armee zur Unterstützung der Bevölkerung angefordert. Militärische Tankwagen sind an mehreren Punkten in den betroffenen Gebieten stationiert: In Cacak wurden Fahrzeuge vor dem Allgemeinen Krankenhaus sowie an stark frequentierten Straßen der Innenstadt positioniert, in Gornji Milanovac erfolgt die Wasserverteilung nach einem von den kommunalen Betrieben festgelegten Zeitplan. Die Soldaten sollen so lange vor Ort bleiben, bis das System wieder stabil läuft – denn in Tausenden Haushalten bleibt der Wasserhahn derzeit trocken.
Zwar erreichte am frühen Mittwochmorgen kurzzeitig Brauchwasser einen Teil der Verbraucher, doch der Druck war äußerst schwach, und der neuerliche Rohrbruch hat den gesamten Wiederbefüllungsprozess erneut zum Erliegen gebracht. Die Behörden haben unmissverständlich klargestellt: Das Wasser darf ausschließlich als Brauchwasser verwendet werden – weder zum Trinken noch zum Kochen, bis offizielle Laborergebnisse die Unbedenklichkeit bestätigen. Milic versicherte, dass die Bevölkerung rechtzeitig informiert wird, sobald das Wasser wieder für den menschlichen Gebrauch freigegeben werden kann.
Wettlauf gegen Zeit
Die Lage trifft die Region zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Für den heutigen Tag wurden tropische Temperaturen von bis zu 34 Grad Celsius angekündigt. Der ursprüngliche Rohrbruch in der Ortschaft Gorobilje hatte das System bereits stark geschwächt – der neue Schaden macht die Wiederherstellung nun vollends zum Wettlauf gegen die Zeit.
Auch die Bewohner von Arilje, Pozega und Lucani sind von der Unterbrechung betroffen; die lokalen Behörden appellieren eindringlich, mit den noch vorhandenen Reserven äußerst sparsam umzugehen.
Aktuelle Informationen zur Sanierung des Leitungsnetzes sowie zu den Einsatzplänen der Tankwagen können über lokale Medien und die offiziellen Mitteilungen der Krisenstäbe abgerufen werden.