Pfingsten 2026 brachte keine Frühlingsfrische, sondern Rekordwärme – und Zahlen, die in der Messgeschichte kaum Vorbilder haben.
Mit dem Pfingstfest kam in diesem Jahr auch der Hochsommer: Am Samstag wurde in Tirol erstmals in diesem Jahr die 30-Grad-Marke überschritten. Der erste Hitzetag 2026 trat damit etwas später auf als im Jahr zuvor – doch der übergeordnete Trend ist eindeutig: Infolge des Klimawandels verschieben sich die ersten Hitzetage des Jahres im Vergleich zur Klimaperiode 1961 bis 1990 um nahezu einen Monat nach vorne.
Für diesen Tag verzeichnete das Klimamonitoring der Geosphere Austria eine österreichweite Durchschnittstemperatur, die um 5,7 Grad über dem Wert der Referenzperiode 1961 bis 1990 lag. Daten von Ubimet veranschaulichen, wie stark sich der Zeitpunkt des ersten 30-Grad-Tages durch den Klimawandel verschoben hat.
Die langfristige Entwicklung zeigt das Ausmaß deutlich: Laut Angaben der Stadt Wien hat sich die durchschnittliche Zahl der Hitzetage in Wien von 9,5 pro Jahr im Zeitraum 1961 bis 1990 auf 21,6 pro Jahr im Zeitraum 1991 bis 2022 mehr als verdoppelt.
Auch der Pfingstsonntag brachte außergewöhnliche Hitze: An 145 Messstellen wurden Temperaturrekorde für den 24. Mai registriert, die 30-Grad-Marke wurde in nahezu allen Bundesländern übertroffen – die Abweichung vom Klimamittel 1961 bis 1990 betrug an diesem Tag bereits 7,3 Grad.
Erste Hitzewelle
Auch für den Pfingstmontag wurden Temperaturen über 30 Grad prognostiziert. In Bad Gleichenberg in der Steiermark zeigte das Thermometer bereits um 10 Uhr morgens 28,8 Grad. Damit zeichnet sich die erste Hitzewelle des Jahres ab: Meteorologisch gilt eine Abfolge von mindestens drei Tagen mit Temperaturen über 30 Grad als Hitzewelle. Eine solche Häufung aufeinanderfolgender Hitzetage im Mai ist laut der Unwetterwarnzentrale UWZ für nahezu alle Landeshauptstädte als rekordverdächtig einzustufen.
In der Nacht auf Pfingstmontag wurde zudem laut UWZ die erste Tropennacht des Jahres registriert – und das gleich an zwei Messstellen: Sowohl in Wien-Innere Stadt als auch in Brunn am Gebirge in Niederösterreich sank die Temperatur nicht unter 20 Grad. ORF-Meteorologe Manuel Oberhuber erklärte, das komme „so früh im Jahr nur ganz selten“ vor.
Rekordverdächtige Werte
In Wien-Döbling etwa habe es seit 1872 lediglich zweimal drei Hitzetage im Mai gegeben – davon nur einmal, im Jahr 2005, an drei aufeinanderfolgenden Tagen. An der Station Wien-Hohe Warte wäre es damit erst die zweite Mai-Hitzewelle in der gesamten Messgeschichte.
Auch für Dienstag und Mittwoch werden Temperaturen über 30 Grad erwartet, wobei am Mittwoch vereinzelt Schauer möglich sind. Erst am Donnerstag gehen die Experten der Geosphere Austria davon aus, dass die 30-Grad-Schwelle nicht mehr erreicht wird – allerdings könnte in Teilen Österreichs bereits am Freitag erneut ein Hitzetag folgen.